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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 500

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Synagoge in Ellrich am Südharz
Date
1939-01-01
Page
Seite 500 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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500 Raliel Wischnitzer-Bernstein bild vieler kleinerer Synagogen geworden, darunter auch der Eilricher Synagoge. Der Wert der Ellricher Synagoge leitet sich hauptsächlich von der Beziehung dieses Baues zum Synagogentyp her, der in Berlin geschaffen wurde. In ihrer provinziellen Abgeschiedenheit konnte sie sich manches bewahren, was in Berlin dem fortschreitenden Geschmack zum Opfer fiel. Die Atmosphäre des 18. Jahrhundert, die uns Göblins Stich der Berliner Synagoge, um 1720 entstanden24, vermittelt, ist in Ellrich noch zu spüren. Mit welchen Formmitteln ist sie erzeugt worden? Da ist von dem alten Zubehör der Synagoge das Gestühl noch vorhanden, während das der Berliner Synagoge in der Heidereuter Gasse verschwunden ist. Es befindet sich in Ellrich auf dem alten Standort, läuft an den Längswänden entlang, setzt sich zu beiden Seiten des Schreines an der Ostwand fort, sowie auch an der Westseite, wo es an die Schranke gelehnt erscheint. Der Almemor in der Mitte bildet somit den natürlichen Blickpunkt für die ganze Gemeinde. Die gleiche Anlage zeigte die Frankfurter Neuschule, wie aus einer Zeichnung von 185525 zu ersehen ist. Nicht nur die Wandsitze stehen in Ellrich unverrückt da, auch die beweglichen ,,Schulstände“ mit ihren Schubfächern bzw. Schränkchen für die Gebetbücher (solche sind auch noch in der Synagoge in Eckershausen erhalten26) befinden sich auf ihren alten Plätzen. Der Almemor der Ellricher Synagoge stammt allerdings nicht aus der Zeit der Synagoge, aber er bewahrt die traditionelle Anlage mit den Zugängen in Nord und Süd. Wie durchweg im 18. Jahrhundert, bildet dieser Almemor eine nur wenige Stufen hohe Estrade von ziemlicher Ausdehnung (3,10 Meter Durchmesser). Die achteckige Brüstung des Almemors (sie hatte die früher vorherrschende viereckige Gestalt verdrängt) ist mit Rokoko- Kartuschenfüllungen geschmückt, die weder in den schweren Profilen des Rahmenwerks, noch in den geradlinigen strengen Grund- und Aufrißformen Entsprechung finden. Es handelt sich hier um 24 Krautheimer, op. cit., Abb. 100. 25 Krautheimer, op. eit., Abb. 89. 26 F. Epstein, op. cit., Notizblatt Nr. 6, S. 15.

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