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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 499

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Synagoge in Ellrich am Südharz
Date
1939-01-01
Page
Seite 499 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Die Synagoge in Ellrich am Südharz 499 Mansardendach mit anschließendem normal zur Außenseite gerichtetem Satteldach. Die Fenster weisen neugotische Gliederungen auf. Die Ellricher Synagoge ist, wie aus dem Vergleichsmaterial zu ersehen, ein durchaus bodenständiger Bau und ein zeitlich frühes Beispiel des Bautyps, den sie repräsentiert. Wir werden auf die osteuropäischen Einflüsse, die sich immerhin in ihr geltend machen, noch zurückkommen. Um uns das Bauprogramm der Synagoge des 18. Jahrhunderts zu vergegenwärtigen, wird es jedoch nötig sein, an die größeren, führenden Synagogenbauten der Zeit zu denken. Da ist die 1855 abgerissene ,,Neuschule“ in Frankfurt a.M.21 Sie ist 1711 entstanden, ein Steinbau mit einer noch gotisierenden Fassade und mittelalterlichen Kreuzrippengewölben. Eine dreigesehössige Frauenempore auf der nördlichen Breitseite des Betraumes zeugt für die zahlenmäßige Bedeutung der Gemeinde. Wir haben hier eine Großstadtsynagoge vor uns, die wichtigste Synagoge der Zeit. Die Berliner Synagoge in der Heidereuter Gasse22, von Kemmeter 1712—1714 erbaut, hat als Repräsentationsbau eine vielleicht etwas geringere Bedeutung, was schon aus der Lage des Grundstückes zu ersehen ist. Während der Frankfurter Bau seine Fassade der Straße (Bernheimer Straße) zuwendet, wurde die Berliner Synagoge auf einem Hintergrundstück (des Hauses des Kammergerichtspräsidenten Sturm) erbaut23. Sie besaß eine doppelgesehössige Empore, aber nur auf der westlichen Schmalseite (die jetzige dreiseitige Empore, die von Treppenhäusern flankierte Vorhalle, sogar die Decke des Betraumes, die Vorlesekanzel und der Schrein gehören nicht zum ursprünglichen Bau). Der Synagogentyp, der in Berlin im Anfang des 18. Jahrhunderts geschaffen wurde: einschiffiger Saal mit flacher durch eine Hohlkehle vermittelter Decke und Westempore ist das Vor- 21 Krautheimer, op. cit., Abb. 90 u. 91. 22 Krautheimer, op. eit., Abb. 100. 23 Singermann, Jüd.Denkwürdigkeiten Berlins, Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde Berlin, 5. Mai 1935. 32*

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