Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Synagoge in Ellrich am Südharz
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 496 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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496 Rahel Wischnitzer-Bernstein in Horb 5,5, in Kirchheim 3,5.) Dem Betraum ist an der westliehen Schmalseite ein Vorraum von 3 zu 6,5 Metern angeschlossen. Über dem Vorraum erhebt sich die Frauenempore. Der Treppenaufgang zur Empore liegt im Qüerflügel, in dessen Keller sich, angrenzend an die Synagoge, das jetzt verschüttete Frauenbad befand. (Die Zorge fließt in der Nähe.) Die Emporenlage auf der westlichen Schmalseite und nur auf dieser spiegelt die bescheidenen Verhältnisse einer Kleingemeinde wider. Die Absonde־ rung des Aufganges zur Frauenschule, die von dem anstoßenden Flügel aus zugänglich ist, ist für viele Synagogen kennzeichnend. Eine Ausnahme bildet die Synagoge in Vollmerz in Hessen, mit ihren räumlich beieinander liegenden Zugängen zu Männerraum und Frauenempore in der Vorhalle12. Das Eingangsportal der Ellricher Synagoge befindet sich an der Nordseite, am äußersten Ende der Front, am Knick, den sie mit dem Querflügel bildet. Die rundbogige zweiflügelige Holztür ist ein schönes Beispiel der Schreinerkunst des Barock, mit ihrer Bretterfüllung in Rautenmusterung, nicht unähnlich dem Portal der 1759 erbauten Synagoge in Mergentheim. Man steigt eine Stufe hinab, möglicherweise, um des Psalmverses 130x (Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir) zu gedenken. Vielfach ist die Tiefenläge jedoch auf spätere Aufschüttungen der Straße zurückzuführen. Eine vertiefte Fußbodenlage weist u. a, die Synagoge in Hofgeismar, 1763 erbaut, auf. Man betritt den Vorraum der Ellricher Synagoge von seiner Schmalseite her und wendet sich nach links in Ostrichtung zum Männerraum hin, der durch zwei Säulen vom Vorraum getrennt ist. Hauptraum und Vorhalle fließen ineinander. (In der Grundrißskizze von Hochreiter von 1911 sieht man die Betpulte auch im Vorraum eingezeichnet.) Der Vorraum war als Verlängerung des Betraumes gedacht. Nur ein kleiner Teil desselben, von der Nordwand zur nordwestlichen Säule, ist durch eine Schranke abgetrennt, aber auch diese ist durchbrochen und nicht hoch. Sie ist durch ein 12 P. Epstein, op. cit., Abb. 22.