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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 495

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Synagoge in Ellrich am Südharz
Date
1939-01-01
Page
Seite 495 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Die Synagoge in Ellrich am Südharz 495 Nur die bretterverschalte Tounendecke mit Fugenleisten wird mitsamt den Malereien in diesen Synagogen aus osteuropäischen Synagogen übernommen worden sein, wo mit ihr übrigens die Scheinkuppel rivalisierte. Im Hessenland ist die Holztonne selten zu finden. R. Hallo7 hatte dort keine einzige Synagoge mit Tonnendecke gesehen. Epstein8 nennt nur die Synagoge in Zwesten. Grotte wiederum hat mit Holztonne gedeckte Synagogenräume in verschiedenen Gegenden nachgewiesen: in Königsberg a.d. Eger aus dem Jahre 18029, in Pinne10 im Posenschen, in Deutsch-Krone10 in Westpreußen (vermutlich aus dem Jahre 1824). Die Brettertonne, ein Scheingewölbe, ersetzt in den kleineren Dorfsynagogen das gemauerte Gewölbe. Die Ellricher Synagoge weist eine Tonnendecke auf. Jedoch gegenüber den polnischen und den fränkischen Synagogen ist diese Tonne als besonders flach zu bezeichnen. Es ist eigentlich eine waagerechte Decke mit Bretterverschalung und einer sehr starken Hohlkehle, die ein Gewölbe vortäüscht. Die Synagoge in Ellrich befindet sich in einem Hintergebäude der Jüdenstraße 7, jetzt Horst-Wessel-Straße 25. Man erreicht sie vom Vorderhaus aus, durch den Hof. Sie bietet dem Beschauer ihre nördliche Längsfront. Rechts stößt sie an einen Querflügel. Links ist ihr ein freistehender Holzschuppen zum Teil vorgelagert. Die übrigen Fronten grenzen an Gärten der Nachbargrundstücke. Die Ausmaße der Synagoge sind bescheiden. Der Männerraum ist ein nur wenig gestrecktes Rechteck von nahezu 8 zu 6,7 Metern. (Horb 8:5; Bechhofen 8,5: 9; Kirchheim 5,5 : 5,5. Eine hessische Synagoge von ähnlicher Anlage in Borken bei Kassel mißt beispielsweise 8: 6,9n.) Die Innenhöhe des Männerraumes der Eilricher Synagoge ist 4,5 Meter. (In Bechhofen beträgt sie 7 Meter, 7 Jüdische Volkskunst in Hessen, 1928, S. 49. 8 Fritz Epstein, Kultusbauten und Kultusgegenstände in der Provinz Hessen, Notizblatt d. Ges. z. Erforsch. Jüd. Kunst denkm., 1906, Nr. 6, S. 12. 9 Grotte, op. cit., S. 90, Abb. 53. 10 Grotte, op. cit., S. 92. 11 F. Epstein, op. cit., Abb. 5.

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