Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Synagoge in Ellrich am Südharz
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 494 (sequence 2)
- Language
- German
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494 Rahel Wischnitzer-Bernstein a. Main, in Kirchheim* * * * * 6 bei Würzburg, sind die Wand- und Deckenmalereien, die in den genannten Synagogen übrigens ein ans dem Osten eingewanderter Synagogenmaler Elieser Sußmann ansgeführt hatte. Die Synagoge in Ellrich weist jedoch außer einem Löwenpaar an der Schreinwand keinerlei Malereien auf. Aber auch architektonisch zeigt die Ellricher Synagoge keine nähere Verwandtschaft mit den Holzsynagogen in Polen, — weil jene vorwiegend eine reine Holzkonstruktionsweise bieten, — es sind das entweder Blockbauten oder Ständerbauten mit Bretterfüllung, — während die Synagoge in Ellrich in ausgemauertem Holzfachwerk hergestellt ist. Übrigens muß festgestellt werden, daß auch die nicht mehr bestehenden Synagogen in Horb und in Kirchheim Fachwerkbauten gewesen sind, wie die meisten hessischen Synagogen auch. Die Synagoge in Bechhofen allein ist ein Holzbau, mit einem Anbau in Fachwerk. Die polnische Beeinflussung war in diesen Synagogen hauptsächlich in der Bemalung zum Ausdruck gekommen, weniger betroffen war von ihr die architektonische Gestaltung. Sie bieten baugeschichtlich keine weiter bemerkenswerten Lösungen. Die Horber und die Kirchbeimer Synagoge befanden sich im Obergeschoß von Wohngebäuden. Die Bechhofener liegt zu ebener Erde, die Frauenabteilung im Westen in gleicher Bodenhöhe mit einem Wohngeschoß darüber. Derartige einfache Anlagen sind kaum auf fremde Einflüsse zurückzuführen. der Horber Gemeinde wurde die Synagoge als Heuschober benutzt. Mit Hilfe einer Stiftung von Herrn Max Gutmann, Bamberg, wurde die innere Holzverschalung der Synagoge mit den Malereien herausgelöst und 1914 in die Städtische Gemäldegalerie in Bamberg überführt. Vgl. Rahb. Dr. A. Eckstein, Die Synagogenmalereien von Horb a. M. usw., Bamberger Volksblatt, Beilage, 1924, Nr. 7; E.Toeplitz, op.cit. Vgl. auch Abb. bei Grotte, op. cit., fig. 7. 6 Wegen Banfälligkeit abgetragen. Die bemalten Putzwände und die Innenraumschale der Decke wurden herausgelöst und mit Hilfe einer Stiftung von Herrn Reiß, Würzburg, 1912 in das fränkische Luitpoldmuseum zu Würzburg überführt. Vgl. Max Untermayer in C.V.-Zeitung vom 16. April 1936.