Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Der Neger und die Negerin
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 490 (sequence 10)
- Language
- German
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490 Jefim Schirmann Als sie [die vier Mädchen] weg waren, da rief er leise, und heraus kam aus dem Zimmer eine Frau, eine Vollnegerin (kulläh küsit). Sie hatte eine Lippe wie ein Scheit, das aus dem Feuer geholt wurde (d. h. glühend rot), ihre Augen waren wie Flammen, ihre Nüstern verbrannt. Da sagte ich: Unzucht mit [dieser] verbrauchten [alten Frau]?! Ich geriet in Erregung wegen ihrer bösen Taten, verprügelte sie, riß ihre Gewänder von ihrem Körper herunter und ließ sie da nackt und bloß; denn ich zürnte den Ausgelassenen. Da sprach ‘Akbör: Laß deine Hände ab! Warum tust du so deinen Knechten? Wahrhaftig, die Toren wissen nicht die dunklen Feigen zu schätzen. (Hier rezitiert er ein zweizeiliges korrupt überliefertes Gedicht über die ,,Heilung“, die ihm die ,,Feigen“ — das heißt schwarze Frauen—gewährten.) Ich schalt ihn wegen seiner Torheit und Verworfenheit, er aber fuhr in Versen fort: Warum verachtet ihr eine Negerin, da doch euer Auge nicht Bestehen kann ohne die Pracht der Schwärze? Ich wähle die Schwarze, nicht die Helle, Da ich diese betrachte als einen Aussatzfleck für mich. Beschmutzet auf dem Markt ihre Gestalt und hänget sie auf Neben den Toren oder am Eingang zur Stadt! Ich erwiderte ihm seines mangelnden Verstandes wegen: ,,Antworte dem Toren entsprechend seiner Dummheit!“ (Proverbia 26 4). Was hat [gemeinsam] die Schwarze, die übel riecht, Mit dem Mädchen, das wie von Myrrhe durchduftet ist? Die Helle [ist] wie eine Lilie in der Hand des Liebenden, Ein Genuß für jedes Auge und eine Pracht. Jede Schwarze ist nämlich ohne Verstand (eigentlich: ohne Reiz), Dumm, leidenschaftlich, zügellos. Ich will jeder Negerin insgeheim sagen: Zurück, geh an den Ort, wo . . . (das letzte Wort ist korrupt). Und ich sagte ihm: Was ist dir, ‘Akbör, daß du aus den Gewässern des Öihör (Flußname Schwärze) trinken willst? Er aber antwortete mir folgendermaßen: Gewiß, alle, die helle Mädchen