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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 488

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Der Neger und die Negerin
Date
1939-01-01
Page
Seite 488 (sequence 8)
Language
German
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488 Jefim Schirmaim Der Dichter hebt geflissentlich die schwarze Hautfarbe der Frau hervor, um sie dem Leser möglichst abstoßend erscheinen zu lassen. Dabei war der Geschmack der spanischen Araber in diesem Punkt durchaus nicht einheitlich. Schwarze Sklavinnen und Ehefrauen waren in den andalusischen Harems gar keine Seltenheit. Manche Negerinnen zeichneten sich auch durch feine literarische Bildung aus. Männer, die den besten Kreisen angehörten — wie uns berichtet wird, sogar ein Prinz aus dem Omaj jaden-Hause —, verschmähten sie nicht. Ibn Zaidün, der große andalusische Dichter des 11. Jahrhunderts, hat Zuneigung zu der Negersklavin seiner fürstlichen Geliebten Walläda gefaßt, und diese mußte ihre ganze Beredsamkeit aufbieten, um ihn von seiner Leidenschaft abzubringen18. Bekanntlich diente die Novelle des Ibn Sabbetaj als Vorlage für das 6. Kapitel des Buches ,,Tahkemöm“ von Alliarizl. Auch hier sieht sich am Ende der geprellte Mann in Gesellschaft eines mißgestalteten Weibes, und der Satiriker Alharlzi verweilt mit sichtbarem Behagen bei der Schilderung ihrer Häßlichkeit. Allerdings läßt er nicht klar durchblicken, ob die Frau eine Negerin ist oder er sie nur für eine solche hält: Als hätte Satan ihre Nase und Wangen mit S chwärze bestrichen und gearbeitet mit Kohle — so daß ich sie für eine der Töchter Harns hielt. Aber wenn ihr Aussehen dunkler als das S chwarze war, so waren [dafür] ihre Haare weiß, ihre Tage alt usw.19 Sicherlich aber hat auch Alharlzi die Ehe des weißen Mannes mit der schwarzen Frau verabscheut. Mit besonderer Eindringlichkeit wird diese Anschauung von seinem Zeitgenossen Ja'aqöb ben ETäzär vertreten, der vermutlich in Toledo gewirkt und eine Sammlung von Novellen in Reimprosa hinterlassen hat. Möglicherweise kommt hierin die Einstellung der christlichen Spanier zum 18 H. Pdres a. a. 0., p. 262—264. 19 Allianz! a. a. 0., Kap. 6, S. 74, Zeile 12ff. Eine korrektere Ausgabe des ganzen Kapitels bei H. Brody u. K. Albrecbt. Die rleubebräische Dichterschule der spanisch-arabischen Epoche, Leipzig 1905, S. 178—184.

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