Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Der Neger und die Negerin
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 486 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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486 Jefim Schirmann Sie hat aber einen Mann wie eine Leuchte, einen Gesandten Gottes, Und er ist König und Herrscher auf der Erde; Er ängstigt sich sehr vor ihrem Schelten, Spricht von ihr nur mit Eurcht und Schrecken13. Jehüdä Alharizi (um 1200), ein Dichter, der für die hebräische Poesie in mancherlei Hinsicht Neuland entdeckt hat und noch nicht gebührend gewürdigt wurde, weiß von dem Vergleich mit der schwarzen Rasse einen reicheren Gebrauch zu machen. Auch er verzichtet nicht auf die stereotype Metapher, und in seinem ,,Streit zwischen Nacht und Tag“ läßt er den Tag sich folgendermaßen vernehmen: Gott hat mich eingesetzt über die Nacht als ihren Fürsten und Statthalter; denn ich bin weiß, und sie ist schwarz wie Kohle; ich bin von den Söhnen Sems und sie von den Söhnen Harns usw.14 Wir haben hier wohl zugleich eine Anspielung auf die politische Situation der Zeit, in der die hamitischen Neger in einem Dienstverhältnis zu den semitischen Arabern standen. Das Bild von Negern taucht aber in seinen Gedanken auf auch beim Anblick von Gegenständen, die durch ihr dunkles Schwarz seine Aufmerksamkeit erregen. Ein schwarz angestrichenes Schiff erinnert ihn an eine anmutige hurtige Negerin: Ich mietete mir ein Schiff, schön, dunkelschwarz, wie der Blitz geschwind, eine Negerin von den Töchtern der Gewässer, eine Lust für die Augen.15 Und wie ein schwarzes Weib kommt ihm auch ein mit Kohlen angefüllter Herd vor: 13 Maximilian Drechsler, מקונן אבלנו. A poetic witness of the Inquisition. Temesvar 1932, p. 43. — Was die Nacht verspricht und zeigt, sind offenbar die Träume. 14 Alharizi, Tahkemönl ed. A. Kaminka, Warschau 1899, Kap. 39, S. 310, Zeile 13 ff. 16 A. a. 0. Kap. 38, S. 306, Zeile lOf.