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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 485

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Der Neger und die Negerin
Date
1939-01-01
Page
Seite 485 (sequence 5)
Language
German
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Der Neger und die Negerin 485 Eines seiner berühmtesten Gedichte enthält das bei weitem 1wirkungsvollere Bild einer Negerin in leuchtendem Gewand. Voran geht die Vision eines Seesturmes; schließlich sind alle Schrecken überstanden, das Meer beruhigt sich, die Nacht bricht an, und eine wundersame Stille breitet sich um das einsame Schiff aus: Und die Nacht ist — wenn sich die Sonne senkt an den Stätten Des Heeres der Höhe, über dem ein Hauptmann [= der Mond] (steht). — Wie eine Negerin, mit goldgewirktem Stoff bekleidet. . .1ג Ähnliche Vergleiche findet man gelegentlich auch bei den Epigonen der spanischen Schule, z. B. bei dem Toledaner Hofmann und Dichter Todrös Abü’l-'Äfija (1247—st. nach 1298), einem gelehrigen Schüler seiner Vorgänger, der einmal in ziemlich trockener Form erklärt: Die Nacht ist wie ein Neger12. Einige neue Farben verleiht dem alten Bilde Iishäq ben Hajjim Hakköhen aus Xatina, ein später Nachfahre der klassischen Dichter. Er ist zwar noch in Spanien geboren, wurde aber durch die Katastrophe von 1492 aus seiner Heimat getrieben und hat uns selber etwas von seinem bewegten Leben erzählt. Das Verhältnis zwischen Nacht und Tag kleidet er in die Form eines Rätsels von der Negerin und ihrem weißen Manne: Was ist eine Negerin, die redet ohne Mund, Verspricht, obwohl sie nichts besitzt, Umherstreift, ohne Hände zu haben, Zeigt alles, und ist [doch] blind und verschlossen? 11 H. Brody a.a. 0-, Bd. II, Berlin 1896/97, p. 163, Zeilen 65—67. Die zitierten Verse sind wiederholt übersetzt worden, zuletzt (ungenau) von Franz Rosenzweig, Zweiundneunzig Hymnen und Gedichte usw. S. 141. — Im Original: Hauptmann über fünfzig. 12 D. Jellin, המשלים והחידות p. Gan hammeshalim we-hahidoth. Diwan of Don Tadros son of Jehuda Abu-l-’Äfiah. Part I, Jerusalem 1934, Nr. 163, Vers 3.

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