Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 482

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Der Neger und die Negerin
Date
1939-01-01
Page
Seite 482 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2830039-2830041-2850802--56171-2851332
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

482 Jefim Schirmann sein, im alltäglichen Leben fielen sie aber keineswegs auf, denn man sah sie im Lande seit jeher. Die Negergarde, die man hauptsächlieh seit Abderrahman III. zum Schutz der Herrscher rekrutierte, spielte eine bemerkenswerte Rolle in den Bürgerkriegen des 11. Jahrhunderts1. Der hebräische Dichter begegnete also auf Schritt und Tritt Menschen der schwarzen Rasse, Eingeführt in die Dichtung hat er sie aber nicht auf eigenen Antrieb. Der Anstoß dazu kam, wie in so vielen anderen fallen, von den arabischen Nachbarn. Seitdem Henri Peres uns eine umfassende und lichtvolle Charakteristik der spanisch-arabischen Dichtung im 11. Jahrhundert geschenkt hat, die sich durch eine überaus reichhaltige Auswahl von Beispielen auszeichnet, steht auch dem Historiker der spanischhebräischen Dichtung ein Hilfswerk ersten Ranges zur Verfügung, aus dem er sich Belehrung über den Inhalt der verschiedensten arabischen Gedichtarten verschaffen kann2. Als Beispiel für die Verwendung von Negergleichnissen führt Peres folgende Verse des Abü־‘Ämir ibn Suhaid (992—1035, lebte in Cordoba), eines der interessantesten Dichter des mohammedanischen Spaniens, an3: Man sah sie [die Nacht] wie einen König von Negern; wenn er gehen wollte, säumte er aus übermäßigem Stolz, in eitler Bewunderung seiner selbst. Er beherrschte alle Himmelsgegenden, wobei ihm der Vollmond als Krone und die Zwillinge [das Gestirn] als große Ohrringe dienten. Ein seltsames Negergleichnis finden wir bei Abu Muhammad ibn ‘Ätiya4: 1 Henri P4res, La p04sie an&alouse en arabe classique au XIe siede. Ses aspects g4n4raux et sa valeur documentaire. Paris (Adrien-Maisonneuve) 1937, p. 261—264. 2 Siehe Anm. 1. 3 Über Ibn Suhaid vgl. H, Pdres, passim (s. Register); C. Brockelmann, Geschichte der arabischen Literatur. Erster Supplementband, Leiden 1937, S.479; zwei Stücke von ihm sind ins Spanische übersetzt bei E. Garcia Gömez, Poemas arabigoandaluces, Madrid 1930. 4 Wohl identisch mit ‘Ali ben ‘Atlya bei Brockelmann a. a. 0., S. 481 (st. 1134).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.