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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. 481

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Der Neger und die Negerin
Date
1939-01-01
Page
481 (sequence 1)
Language
German
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Der Neger und die Negerin Zur Bildersprache und Stoffwahl der spanisch-hebräischen Dichtung Von Jefim Schirmann Die hebräischen Dichter Andalusiens haben in ihren Natur- Schilderungen durchaus nicht an eine genaue Wiedergabe der Wirklichkeit gedacht; und ebenso strebten sie nur selten danach, die sie umgebende Welt zu subjektivieren, dieser ihre eigenen Gefühle und Stimmungen zu unterlegen. Die Natur galt ihnen vor allem als wirkungsvolle Szenerie für ihre Gedichte. Eine Fülle von Farben, Tönen, Bewegungen, eine Fülle von grellen Kontrasten fesselte die Sinne des Menschen, namentlich seinen Gesichtssinn. Die bunten Eindrücke der Umwelt sollten in Worte eingefangen werden, dazu noch in gewaltiger Steigerung so, wie sie die Wirklichkeit nirgends bot. Man kann wohl sagen, daß die Dichter sich eine neue unwirkliche Natur schufen, eine Art Traum- oder Märchenwelt. Um die Darstellung möglichst einprägsam zu gestalten, wandten sie häufig kühne Bilder und Metaphern an, die es ihnen ermöglichten, das wichtigste Element der Malerei, die Farbe, hinter den Worten des Gedichtes aufleuchten zu lassen. In der phantastischen Welt der Dichter Andalusiens tauchen zuweilen auch die Gestalten von Negern und Negerinnen auf. Sie sind dazu da, die Palette des dichtenden Malers um einen besonders starken Grad der schwarzen Farbe zu bereichern, und dabei ist für sein Auge von fesselndem Reiz der Gegensatz zwischen der dunklen Haut der Schwarzen und den hellen Gewändern, Kopfbinden oder Schmucksachen, die sie tragen. Für den andalusischen Dichter des Mittelalters war der Neger allerdings nicht die exotische oder gar unheimliche Erscheinung, als die er uns in der älteren abendländischen Literatur entgegentritt. Überall im weiten Bereiche der arabischen Herrschaftsgebiete gab es zahlreiche schwarze Sklaven und Söldner, in No ״dafrika auch eine autochthone Negerbevölkerung. In Spanien, Europas Brücke nach Afrika, mögen die Neger zahlenmäßig nicht stark vertreten gewesen 31

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