Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Etwas von den jüdischen Hochzeitsbräuchen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 11)
- Language
- German
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Etwas von den jüdischen Hochzeitshräuchen 479 Man muß aber zugeben, daß חבורה nichts Bezeichnendes hat für diesen Begriff. Am ehesten läßt sich ,ח des Paschamahles damit vergleichen. Die Teilnehmer an diesem Mahl werden בבי חבורה genannt (bPes 89 und öfter, s. schon Targum und Mekhilta zu Ex 12 46 und s. Wörterbücher). Nach Targum j zu Ex 124 gehören mindestens 10 Personen zu einer Paschagesellschaft. Wir kennen aus talmudischer Zeit auch den Begriff חבורה של מצוה (bPes. I13b), und demzufolge wird auch von einer סעודת מצוה gesprochen (ib. 49a), das ist ein Mahl, das aus religiösen Gründen, also rituell, abgehalten wird. Es wird ausdrücklich von Mahlzeiten gesprochen, die bei der Verlobung (אירוסין) und bei der Übergabe der seitens des Bräutigams an die Braut zu gelangenden Geschenke (סבלובות) abgehalten werden (ib.). Es dürfte nur Zufall sein, daß just von dem eigentlichen Hochzeitsmahle nicht in dieser Form gesprochen wird. Jedenfalls aber können wir für dasselbe sowohl den Begriff חבורה als den von מצוה in Anspruch nehmen. Die hohe Bewertung sowohl der Teilnahme an dem Hochzeitszuge selbst als die Ehre, zu dem Mahle zugezogen zu werden, ganz besonders aber zur unmittelbaren Bedienung des Bräutigams zu gehören, machen es begreiflich, daß in rabbinischen Schriften oft auf diese Erscheinungen des Lebens hingewiesen wird. Das geschieht gewöhnlich in Form des משל, für das wir hier vielleicht das Wort Parabel gebrauchen können. Bekanntlich finden wir höchst fein ausgebildete Parabeln im Munde Jesu. Wir können nun diese kleine Studie nicht beenden, ohne auf die interessanten Angaben hinzuweisen, die sich über die jüdische Hochzeit im NT finden. Diese Angaben bezeichnen ja durchaus nur jüdisches Leben. Da ist zunächst die bekannte Geschichte der Hochzeit zu Kana. Dann sei verwiesen auf Stellen wie Matt 915; Mark 219; Luk ö34; da wird eine Lehre in die Form der Frage gekleidet: Können die Söhne des Brautgemaches trauern (Matt), fasten (Mark u. Luk), solange der Bräutigam mit ihnen ist? Die Babbinen hätten wohl eine halakhische Frage daraus gemacht. Die nähere Kommentierung der NT-Stellen und ihren jüdisch-rabbinischen Hintergrund können wir hier übergehen, da dies zur Genüge von christlicher Seite