Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Etwas von den jüdischen Hochzeitsbräuchen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 12)
- Language
- German
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480 Samuel Krauß geschehen ist25, doch entspricht es dem Zwecke dieser Studie, hervorzuheben, daß aus dem griech. Wortlaut des NT־Textes die Worte בגי* חופה und חופה genügend durchschimmern. Noch bezeichnender ist die weit ausgebildete Parabel in Matt 25±_12; da gibt es Einzelheiten, die aus rabbinischen Quellen nicht leicht erklärt werden können. Zehn Jungfrauen26 nehmen ihre Lampen und gehen aus, dem Bräutigam aufzuwarten. Die Zahl 10 erscheint uns vorgebildet durch die ,,Gesellschaft“ des Paschamahles (s. oben), die Lampen bilden das selbstverständliche Zubehör zu jedem feierlichen Zuge, wie wir bereits oben gefunden haben, daß es aber Mädchen sind, die da aufwarten, wohlgemerkt nicht der Braut, sondern dem Bräutigam — dürfte doch ein Zug der Parabel sein, den: schwerlich im jüdischen Leben wurzeln kann. Der Umstand hingegen, daß in der Parabel der Bräutigam erst um Mitternacht erscheint, dürfte selbst zur Illustration der ersten Mischna (Ber. I, 1) herangezogen werden können: die Söhne des Patriarchen Rabban Gamliel kommen so spät vom Hochzeitshause (בית המשתה) heim, daß die Präge auftaucht, ob sie jetzt noch das abendliche שמע lesen können; Gamliel sagt: ,,Ja, sofern die Morgenröte noch nicht aufgestiegen ist.“ Vgl. übrigens die Patriarchensöhne in Kabul (s. oben). 25 S. Strack-Billerbeck. 26 S. dazu meinen Artikel ״Minjan“ im Jahresbericbt Isr. Tbeol. LA, Wien 1933.