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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 477

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Etwas von den jüdischen Hochzeitsbräuchen
Date
1939-01-01
Page
Seite 477 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Etwas von den jüdischen Hoehzeitsbräuclien 477 Jene Stellen berichten ein Gespräch Rabbi Jannais mit seinen Söhnen, wahrscheinlich seine letztwillige Verfügung, über die Kleider, in denen er begraben zu werden wünscht, und der Ausdruck כחתן בין האבילים läßt vermuten, daß es eine allgemeine Sitte war, die 6r berührt. Wiederum ist auch zu bemerken, wie Hochzeits- und Trauerfeierlichkeiten nahe zueinander stehen. Aber die weißen Gewänder sind trotzdem nicht als solche anzusprechen, die nur dem Bräutigam eignen, bilden also keine besondere Hochzeitstracht, denn in ״weiße“ (d. i. reine Linnen-) Gewänder kleidete man sich z. B. auch am Sabbat. Das was von den Römern berichtet wird, gilt einigermaßen auch für die Juden; vgl. Blümner, Rom. Privataltertümer, 2. Aufl., S. 353: ״Von einer besonderen Hochzeitstracht des Bräutigams erfahren wir nichts. Er trug jedenfalls die Toga, in späterer Zeit auch einen Kranz.“ Der Toga entspricht bei Juden der Tallith21, und dieser wurde ja tatsächlich bei der Hochzeit getragen, ein Ritus, der in manchen Gemeinden noch heute üblich ist. 5. Der Becher, den man dem Brautpaare vorantrug Bekanntlich wurden allerlei symbolische Akte vollzogen, um für die Fruchtbarkeit des neuen Paares als gutes Omen zu gelten. Unter anderem wurde auch ein Faß Wein vorangetragen (Talm. Arch. 39). Dazu Anm. 322, wo כוס של בשורת besprochen wird. Die Ansicht von J.Perles von בסר Herlinge, wird daselbst zurückgewiesen. Auch Büchler (a. a. O. 105) übersetzt ״cup of good tidings“. Es muß jedoch bemerkt werden, daß jKetubbot 26b zweimal חבית של בשורות hat22 und ein Faß von guten Nachrichten wäre ein gar befremdlicher Ausdruck. Tatsächlich hat j ed. Venedig בסודות mit samekh, und so auch R. Nathan im Arukh (ed. Kohut II, 135), weshalb schon Kohut בשורה mit sin abweist, und dasselbe tut Ben Jehuda in seinem Thesaurus 566, der die Erklärung ״von Her- 21 S. meinen Aufsatz in M. Bio eh Festschrift (hebräisch). 22 Die Mehrzahl בשורות kann nicht auffallen, da z. B. dieselbe Form auch im Tischgebete vorkommt.

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