Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Etwas von den jüdischen Hochzeitsbräuchen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 8)
- Language
- German
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476 Samuel Krauß daran zweifelt, und das tut auch Büchler. Danach, daß Löw, Die Flora der Juden II, 368 nichts darüber sagt, muß ich annehmen, daß auch er in 'ש nicht die Myrte sieht, die der Bräutigam oder sein Gefolge getragen haben sollen. Auch Payne Smith, Lex. Syr. 4341 gibt diese Ableitung nicht; Brun, Dict. Syr. Lat. 697 übersetzt שושביגא mit patrinus und gibt keine Ableitung; Brockelmann (nach Jensen) stellt ,ש zu assyr. susap(b)nu. Büchler (a. a. O.) kommt zu dem Schlüsse: ,,In the Palestinian sources, as will be seen, the best man of the bridegroom had only to perform duties in the house of the bridegroom after the arrival of the bride“, also nicht auf dem Hochzeitszuge. Bei den Griechen, wo der Bräutigam (nymphios) die Braut (nymphe) von ihrem Elternhause abholte, war das sicher der Fall, denn da saß der Paranymphios oder Parochos neben der Braut auf dem Hochzeitswagen19. Die Römer hatten wohl den ״Brautbeistand“ überhaupt nicht. Da es aber bei den Juden sicher einen solchen gab, so nehme ich an, daß er schon beim Hochzeitszug zu funktionieren hatte. Wir haben gesehen, daß Hochzeitszug und Trauerzug oft miteinander in Parallele stehen, und da war doch die Begleitung (זזלרדן) die Hauptsache20 — sollten nun im Hochzeitszuge gerade die intimsten Freunde sowohl des Bräutigams als der Braut — beide hatten ihre 'ש — gefehlt haben? 4. Die weißen Gewänder des Bräutigams Davon ist eigentlich schon oben gesprochen worden. Herschberg (a. a. O. S. 91 Anm. 5) macht mir den Vorwurf, daß ich (in der Talm. Arch.) diesen Punkt nicht behandelt habe; er weist hin auf bSabb 114a und Nidda 20a,לכנים ... כחתן, Stellen, die mir offenbar entgangen sind. Doch fehlt die Angabe bei mir nicht ganz, vgl. Arch. II, 457 Anm. 312: מגיהון: ברךם, weiße (reine) Festgewänder. 19 Dieses Faktum ist so bekannt, daß es selbst in Meyers Konvers. ־ Lexikon, 6. Aufl., s. v. Hochzeit S. 404 angegeben wird. 20 Darauf beruht wohl die Deutung von הצנע לכת in b. Sukka 49b (vgl. Raschi, der auf Qoheiet 7, 2 verweist); das Gehen wird betont, und darum auf Hinaustragen des Toten und Einführen der Braut angewendet.