Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Etwas von den jüdischen Hochzeitsbräuchen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 475 (sequence 7)
- Language
- German
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Etwas von den jüdischen Hoch^eitshräuchen 475 Bräutigams“ usw. schrieb ich schon in der Talm. Arch. (a. a. O.). Nach Büchler (a. a. 0.) ist auch das unerwiesen. Demgegenüber führe ich an Jastrow, Dictionary 1543: שושבין friend, esp. the bride’s friend or agent (es wäre aber besser gewesen zu sagen: des Bräutigams Freund oder Agent). Ähnlich auch Levy IV, 526. Der Beweis ist: 1. MSanh. III, 5 אוהב זה שושבינו ״Freund — das ist sein Paranymphe“ — dieser ist in den 7 Tagen der Hochzeitswoche 2 ,פסול לעדות. bBb 144b תנו לי שושביני ואשמח בו s. ib. die ganze talmudische Abhandlung. Tosafot ib. ״denn so war’s Brauch, daß wenn der Vater dem Sohne Hochzeit machte, alle Paranymphen zu Ehren der Hochzeit Geschenke brachten, die dann der Vater zurückzahlte, wenn hernach jene heirateten“. Des Wortes ״intimer Freund“ bedient sich auch Levy, Trg Wb II, 464 und Nh Wb IV, 526. So war ich denn berechtigt, in der Talm. Arch. zu sagen: ״der an diesem Tage überhaupt in den Vordergrund tritt“ — auf Grund von Stellen wie ״stellet mir meinen Paranymphen her, auf daß ich mich mit ihm belustige“; der Paranymphe hatte die Beweise der Jungfernschaft der Braut in seiner Hand, desgleichen ihre ,,Kethubba“, die er zerriß, wenn ein schlechter Ruf von ihr ausging; die Paranymphen schliefen in früherer Zeit am Orte des Bräutigams und der Braut; jene Frau war seine (eines gewissen Rabbi) Brautjungfer gewesen, weshalb sie mit ihm vertraut lebte (all dies bei Levy). Textwort רעה wird im Taxgum oft mit שושביבא wiedergegeben, z. B. in Ri 1420: ״die Frau des Simson ward seinem Freunde, welcher sein Paranymphe gewesen war“ (so auch der Syrer, s. L’s Trg Wb). In Trg Ps-Jon Dt 32 50, wo die Veranstaltungen einer Hochzeit genau beschrieben werden, heißt es sogar: ״ ובעו שושביני למברך ריפתאschon wollten die Paranymphen das Brot schneiden“ (d. h. die Mahlzeit beginnen lassen) — also war selbst das ihr Vorrecht! Einer unter ihnen trat, wie ich sagte, besonders hervor; es ist der nymphagogos der Griechen. Gewiß gibt es Analogien dafür auch bei anderen Völkern, doch bin ich gegenwärtig nicht in der Lage, sie anzuführen. Was die Etymologie des Wortes שושבין anlangt, so liegt es nahe, auf Sachs, Beiträge I, 82 zu verweisen. Ich sehe aber, daß Levy