Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Etwas von den jüdischen Hochzeitsbräuchen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 471 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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Etwas von den jüdischen Hochzeitshräuchen 471 Umzügen in vielen Punkten gleich, wie bereits von vielen Forschern erkannt worden ist. Es gilt folglich auch der Trompetenschall oder sonstige Musik auch für die Braut. Dies wird schon bewiesen durch קל טבלא in bBft 145b, s. RSbM (und zwar: zu Ehren des Bräutigams!), vgl, dasselbe קל טבלא auch in bMq 9 b (das ist aber nicht ״ טחולReigentanz“, wie Herschberg schreibt, sondern eine Art Pauke, s. meine Lehnwörter); vgl. noch bBm 36a und bChag 14b. Wir haben also Belege genug. In eine ältere Zeit führt uns der Ausdruck אירוס, jetzt als aes aeris erkannt (M und bSota 49a), und dieses Musikinstrument spielt doch im Hochzeitszuge eine große Rolle. Was ich (Arch. II, 459) an RSbM (zu Bb) aussetze9 ist der Umstand, daß טבלא nicht gerade das Signal zum Aufbruch des Zuges, sondern das Spielen im Zuge selbst bedeutet, wie gerade der Zusammenhang mit אירוס beweist, denn dieses steht, wie bekannt, in einer Reihe und in einem Range mit ״Kränzen“ (עטרות), die doch im ganzen Zuge getragen wurden. Es gibt also eine ״Musik . . . des Hochzeitszuges“ trotz Büchler a. a. O. 101, Er bringt zwar MBm VI, 1 heran, glaubt aber das Wort לכלה pressen zu müssen, und von Bräutigam sei keine Rede. Die Alten verfuhren jedenfalls nicht so; so z. B. Bertinoro, der mit לחתן erklärt. Raschi gebraucht etwas mehr Worte, um dasselbe zu sagen: לשטח חתן וכלה, und das ist entschieden richtig, man meint nämlich das Brautpaar, wenn auch zuweilen nur חתן oder כלה allein genannt ist. Die hebr. Sprache besitzt eben kein Wort, das beide Brautleute umfassen würde, und so entsteht eben der Schein, als ob nur ein Teil des Brautpaares gemeint wäre. Als Analogie kann man anführen, daß franz. mariage bzw. engl, marriage ״Hochzeit“ doch nur von lat. xnatrimonium gebildet ist, und dieses faßt nur den einen Teil, die Mutter, ins Auge. Anders steht es mit Ausdrücken wie ברכת חתנים bKetubb 7b und כתובת חתנים bGitt 88a (im Referat der Gemara), da in beiden Dingen der Bräutigam die Hauptperson ist: er ist es, der durch den Akt der Heirat eine מצוה erfüllt und demgemäß eine ברכה darüber 9 und was Herschberg a. a. 0« bemängelt ..