Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Etwas von den jüdischen Hochzeitsbräuchen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 470 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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470 Samuel Krauß Weg gegeben, wenn es in den Bund Abrahams aufgenommen oder als Erstgeborner ,,ausgelöst'“ wird, und dasselbe findet sich auch sonst vielfach im מיי שברך, das man in der Synagoge zu machen pflegt. Da wird נמס לחופה vom Manne ausgesagt. Ich glaube, daß sich diese Formel in T. Ber. VII, 12 p. 16 belegen läßt. Das Wort in diesem Zusammenhänge bedeutet einfach, das betreffende Kind möge es erleben, daß es, zum Manne herangewachsen, ״zur Chuppa kommt“, d. i. heiratet. 2. Das Gefolge und die Musik im Hochzeitszuge Büchler3 4 bestreitet es, daß das Gefolge im Hochzeitszuge bedeutsam hervortrete, da es hierfür an Belegen fehle. Als Beleg hatte ich (Talm.Axch.il, 38) b. Ketubbot 17a angeführt4 ,שיפורי usw., wo Raschi sagt, Herolde verkünden das Ereignis, damit man ihm zu Ehren herbeikomme5- Es fragt sich nun, wem zu Ehren, denn an der Talmudstelle wird von einem Bräutigam und einem Toten gesprochen. Büchler meint, das bezöge sich nur auf den Toten (מת); das große Geleite sei da zur Bestattung des Toten; B. folgert das aus der enormen Zahl der Begleiter6 und besonders aus den Sätzen7, die dazu als Erläuterung dienen. Mit den enormen Zahlen wissen wir auch dann nichts anzufangen, wenn wir sie auf die Begleitung des Toten beziehen, und so muß, glaube ich, die Baraitha ohne dieselben kommentiert werden. Statt צרפו in b steht aber in Ab.RN I (c. 4 p. 18f. ed. Scheehter)8 כחי צרכן, so daß es den Anschein hat, es beziehe sich auf beide, sowohl כלה als מת, und gleich dabei steht ויקלסו לכלה ויילוו למח, was zur Evidenz beweist, daß das Gesagte von beiden zu gelten hat. Überhaupt sind die Vorgänge bei beiden 3 A.a. 0. S. 99ff. 4 Vgl. auch Herschberg in der hebr. Zeitschrift He-Athid V, 90. 5 Ich meine damit: dem Bräutigam zu Ehren, oder dem Toten; ״Ereignis“ sage ich nur, um der Entscheidung nicht vorzugreifen. 6 12000 Mann und 6000 Trompeten, nach anderen (ibid.) sind die 6000 in der Zahl 12000 inbegriffen. 7 Den Kenner der Gemara überrascht dieses Vorgehen nicht. B.aber legt Wert auf die Worte מה נתיבתה ... אף נטילתה und מאבולא עד סיכרא. 8 Dürfte die ursprüngliche Fassung der Baraitha sein.