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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 439

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Zur Literaturgeschichte des Bibelkommentars
Date
1939-01-01
Page
Seite 439 (sequence 9)
Language
German
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Zur Literargeschichte des Bibelkommentars 439 3. die Klassiker Raschi, Ibn Esra und Redak, die untereinander abhängig sind (auf alle); 4. Abarbanel (für die späteren: Marini, Laniado u. a.). VI. Das Bild der Kommentarliteratur würde nicht vollständig sein, wenn wir nicht andeuten würden, wie sehr Zweck und Lesepublikum das Gesicht der Kommentare bestimmen. Der Kommentar kann als religiöser Lesestoff für die Religiösen (Raschi, Alscheich) oder mehr als Wissenssammlung und Erklärung für den Wißbegierigen dienen (Abarbanel, Laniado). Neben dem Willen zur wirklichen Erfassung des Inhalts kann der Wille zum Trost (de Marini), zur Polemik (bei Kap. 53), zum Geheimnis (Kabbala), zur Sammlung des Traditionsstoffes usw. treibende Kraft sein bei der Gestaltung des Kommentars. Während Ibn Esra sich wohl hauptsächlich an den Wissenschaftler wendet und das Geschichtliche erfassen will (esoterische Neigung), will Raschi wohl mehr den religiösen Gehalt des Textes der Allgemeinheit verständlich machen; er wendet sich auch stärker an das religiöse Gefühl als an den Verstand. Alscheichs Kommentar ist nur den Kabbalisten voll verständlich, doch war dieser Kreis zur bestimmten Zeit umfassend genug. Abarbanels Kommentar ist wieder Gelehrtenkommentar. Die Biuristen wenden sich mit pädagogischer Absicht an alle Schichten. — Die Bedeutung mancher Kommentare liegt hauptsächlich in ihrer eingängigen Form und Leichtverständlichkeit, so bei David Kimchi und Altschul. Es zeigt sich, daß die Zahl der existierenden einschließlich der einst als existierend bekannten Kommentare23 sich auf die verschiedenen Bücher der Bibel recht ungleich verteilt. Die Zahl der Kommentare zur Tora ist selbstverständlich weitaus am größten und übertrifft um ein Mehrfaches diejenige der Kommentare zu den anderen Büchern. In weitem Abstande steht an zweiter Stelle eigentümlicherweise die Zahl der Behänd- 23 Vgl. Winter und Wünsche a. a, 0., Neubauer-Driver, Encyclopaedia Judaica a. a. 0.

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