Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 433

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Zur Literaturgeschichte des Bibelkommentars
Date
1939-01-01
Page
Seite 433 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2830039-2830041-2850798--56118-2851283
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Zur Literargescliiclitö des Bibelkommentars 433 Theologie, Geographie, Philosophie 11. a. nehmen einen Platz in den Kommentaren ein. Die Hauptvertreter sind: Abarbanel, Alscheich, Samuel b. Abr. Laniado10. Als Übergangsform zu diesem Typ ist der alte, Satz um Satz erklärende Stichwortkommentar zu betrachten, der sich aber durch große Breite auszeichnet, schon ״Abhandlungen“ bringt und die Stichworte mit dem Erklärungstext zu einer syntaktischen und somit textlichen Einheit zusammenfaßt (David Kimchi), Die zeitliche Entwicklung: 1. Ob das Glossar die Urform des Kommentars ist, oder ob es nur als Sekundärerscheinung im Gefolge großer Kommentarwerke zu betrachten ist, bedarf noch der Klärung. In späterer Zeit, ab 13. Jahrhundert, sind die Glossare nur Kompilationen. Auch Jehuda ibn Balaam folgt wahrscheinlich nur der Exegese der großen Grammatiker. Das Glossar finden wir zu allen Zeiten als gebräuchliche Literaturform des Kommentars. 2. Den Ursprung des klassischen Kommentars können wir innerhalb der uns gestellten Aufgabe nicht zurückverfolgen. Er tritt uns, noch zum Glossar neigend, entgegen bei Kara und Raschi, vollendet bei Ibn Esra (trotz der dunklen, zu knappen Hinweise, die aber durch bestimmte inhaltliche Motive hervorgerufen sind: Verschleierung antitraditioneller Erkenntnisse), schon zum Abhandlungskommentar den Übergang bildend: bei David Kimchi, Elieser v. Beaugency, Kaspi. Der Höhepunkt liegt also wohl im 11. und 12. Jahrhundert. 3. Ansätze zum Abhandlungskommentar finden sich sehr früh (so schon bei Saadia und Jephet ben Ali11), doch scheint er sich aus dem klassischen Kommentar zu entwickeln und zeigt sich vollendet bei Abarbanel, Alscheich, Laniado, ca. 1500—1650. 4. Das 19. Jahrhundert bringt die bewußte historisch-romantische Wiederbelebung der klassischen Kommentare durch die Biuristen (die diese auch inhaltlich stark benutzen), später durch Luzzatto, Krauß und andere, denen wohl auch diese Kommentare — 11 Karäer, 10. Jalirh. 10 16./17. Jahrh. 28

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.