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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 400

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Stellung des Judentums im Dialogus des Peter Abaelard
Date
1939-01-01
Page
Seite 400 (sequence 11)
Language
German
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400 Hans Israel Liebeschütz Honestus, um ihn gegen Vernunfterwägungen der Juden, wenn sie mit ihm über den Glauben redeten, durch treffende Bibelstellen zu helfen32. Am Schluß gibt Damiani eine kurze und zutreffende Selbstcharakteristik seiner kleinen Schrift: ,,Ich habe deiner Schwäche zu helfen gesucht, ohne dabei gefärbte Blumen einer beredten Sprachkunst einzufügen und ohne scharfe Argumente der Dialektik zu verwenden. Abgesehen davon, daß es mir nicht liegt, die Abzeichen weltlicher Weisheit zu erstreben, wollte ich auch dich nicht mit umfangreichen Unterscheidungen und Argumenten belasten, weil ich weiß, daß auch du in weltliche Geschäfte verwickelt bist. Indem ich also deswegen nur die einfachen Beispiele aus der Schrift vorgelegt habe, habe ich dir gleichsam ein Bündel Pfeile in den Köcher gesteckt. Wie du diese Waffe im einzelnen bei der Fülle der möglichen Antworten brauchen sollst, vermag ich dich nicht vollständig zu lehren.“ — Der Jude ist also in dieser Streitschrift nur dazu da, um die Fragen zu stellen, auf welche die Bibelstellen die treffende Antwort geben sollen; er hat durchaus nicht die Aufgabe, die christlichen Ausführungen durch seine eigenen zu einem Dialog zu ergänzen. Gerade über diese Begrenzung seiner schriftstellerischen Absicht spricht sich Damiani sehr deutlich aus: ״Weil aber der Pfeil unmittelbarer ausgesandt wird, wenn das Ziel, in dem er sitzen soll, von vornherein aufgestellt ist, wollen wir den Juden hier einführen, der den Kampf führt, damit die Pfeile unserer Worte nicht leer in den Wind gehen, sondern den bestimmten Gegenstand erreichen/' — Im übrigen hat Damiani diesen Auseinandersetzungen mit dem Judentum nur eine geringe Bedeutung beigemessen; in den Fleischeslastem sah er den ewigen Feind des Christen, während die Juden seiner Meinung nach schon fast aus der Welt vertilgt waren. Wenn wir aus der Zahl der erhaltenen lateinischen Streit- Schriften schließen dürfen, haben im 12. Jahrhundert solche Auseinandersetzungen mit dem Judentum eine größere Rolle gespielt als früher. Ein bedeutender Kirchenhistoriker des vorigen Jahr- 32 Antilogus contra Judaeos; Migne P. L. 145 col. 41ff.

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