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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 381

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Gnostische Motive im rabbinischen Schrifttum
Date
1939-01-01
Page
Seite 381 (sequence 13)
Language
German
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Grnostische Motiv© im rabbmischen Schrifttum 381 meisten verderben. Die ״Wenigen“, das sind jetzt die Erwählten. Der prophetische Gedanke vom ״Rest“ Israels verschmilzt mit dem neuen Schicksalsmotiv. Diese ״Wenigen“ verraten auch darin ihren Ursprung ,,von jener Welt“ her, daß sie allein es sind, die ״Jene Welt“ erben werden. ״Denn wie der Landmann vielen Samen auf die Erde sät, aber nicht alles Gesäte bewahrt bleibt und nicht alles Gepflanzte Wurzel schlägt, so werden auch die, die in der Welt gesät sind, nicht alle bewahrt bleiben“ (IV Esra 841ff.). ״Mehr sind der Verlorenen als der Erlösten, wie die Flut mehr ist als ein Tropfen ... So gehe nun dahin die Menge, die für nichts geboren ist, gerettet aber bleibe meine Beere, mein Sproß, die ich mit vieler Mühsal bereitet“ (IV Esra 915ff.). ״Diese Welt hat der Höchste um vieler willen geschaffen, aber die zukünftige nur für wenige . . . Viele sind geschaffen, wenige aber gerettet“ (IV Esra 8jff.). ״Die Gemeinde der Heiligen und Auserwählten wird gesät werden“ (ä. Henoch 62 8; vgl. auch syr. Bar. 702). ״Aus allem Walde der Erde und allen seinen Bäumen hast du dir den einen Weinstock erwählt, aus allen Ländern der Welt die eine Pflanzgrube ausgesucht“ (IV Esra 523ff.). Israel ist Gottes ״einziges Eigentum“ in der Welt (IV Esra 528). Für diese Wenigen ist die kommende Welt bestimmt. ״Denn für euch ist das Paradies eröffnet, der Lebensbaum gepflanzt, die kommende Welt gerüstet . . .“ (IV Esra 841ff., 931). Diese Welt kann die Verheißungen nicht zur Erfüllung bringen. Denn sie ist ״voll Trauer und Ungemach“. ״Ehe die Stätte der bösen Saat nicht verschwunden ist, kann der Acker, da das Gute gesät ist, nicht erscheinen“ (IV Esra Das Motiv der Pflanzung in dem gnostisch gefärbten Sinne ist auch in die rabbinische Literatur übernommen worden. Midr. Ps 213 wird das Wort בך aus Ps 212 als ״Getreide“ übersetzt und hierzu bemerkt: ״Warum wird Israel mit dem Getreide verglichen? R. Schimon b. Lakisch sagt: So wie der Weizen, wenn er ausgesät wird, vorher gezählt wird, und wenn er eingebracht wird, wiederum gezählt wird, so Israel, als es nach Ägypten hinabzog und als es wieder herauszog.“ Der Weizen wird den Stoppeln gegenübergestellt. Diese werden dem Feuer überlassen, der Weizen aber, der

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