Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Gnostische Motive im rabbinischen Schrifttum
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 373 (sequence 5)
- Language
- German
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Gnostisch0 Motive im rabbinischen Schrifttum 373 Finsternis“, durch die das Leben hindurchwandem muß, um erlöst zu werden, entspricht die unendliche Vielfalt der seligen Lichtweiten, in denen unerschöpflich und unermeßlich das Leben flutet. In der mandäischen Literatur werden bestimmte Zahlen der Welten, Örter, Äonen angegeben. Das Abbild des Mänä ist in 365 verborgenen gewaltigen Welten und Eiern des Lichts verborgen (Ginza, ed. Lidzb. 151). Es ist die Rede von 7, 167 und 360 Lichtweiten (Ginza 303, 199, 289). Dem Hibil-Jäwär schafft sein Vater ״eine Welt, ausgedehnt und endlos. In jener Welt schuf er mir zehntausendmaltausend Lichtwelten und schuf mir 360 gewaltige innere Jordane. In jeder einzelnen Welt schuf er mir 360.000 Ufchras, in jeder einzelnen Skinä schuf er mir 360.000 Skinäs. Jede einzelne Welt war verschieden von der anderen, und wundersam war ihr Glanz, ihre Erleuchtung und ihr Lobpreis“ (Ginza 152). Wir hören von zahlreichen Skinäs, in denen das Leben wohnt: 3, 366, 444, 360.000. Die Pluralbildung ״Welten“ begegnet uns ebenso in der Apokalyptik, wenn auch hier seltener (vgl.IVEsra 318, syr. Bar. 59 8), wie auch in der rabbinischen Literatur. Gott heißt der ״Herr der Welten“, ״Herr aller Welten“. Er heißt auch (j.Taan.64a) der ״Hüter der Welten“. Der gleichen Vervielfältigung der Welten wie in der Gnosis begegnen wir in der rabbinischen Literatur. Auch hier werden Zahlen zur Veranschaulichung verwendet. B. Aw. sara 3 b wird gesagt, daß Gott jeden Tag durch seine 18.000 Welten schweife und am Ende der Nacht in ״dieser Welt“ weüe. Ukzin III, 12 (b. Sanh. 100 a) heißt es, daß Gott jeden ]Frommen in der kommenden Welt 310 Welten werde erben lassen. Der Vers Koh 12ß wird b. Schabb. 152 a (b. B. Mez. 83 b) so gedeutet: ״Das lehrt, daß jeder Fromme eine himmlische Wohnung entsprechend seiner Würde empfängt. Dies gleicht einem irdischen König, der mit seinen Dienern in eine Stadt einzieht. Alle ziehen sie durch das gleiche Tor hinein. Aber das Quartier bezieht ein jeder entsprechend seiner Würde.“ Die eine kommende Welt wird also hier in eine unermeßliche Vielfalt von Wohnungen, Welten zerlegt. In Midr. Ps 116 ist von sieben Gruppen der Frommen die Rede, die in sieben