Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Zum Mischne Thora und den Mischnakommentar des Maimonides
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 364 (sequence 9)
- Language
- German
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364 Jakob Horovitz verschiedenen Ableitungen aus dem Schriftwort, deren Autoren sie nicht endgültig anzugeben vermag, einander gegenüber: חד יליף לה מן הגדר וחד יליף לה מן השרות. Gleich danach wird a. a. 0. aus Dt 115: לשרתו ולברך בשמו abgeleitet: מקיף ברכה לשירות. Es handelt sich darum, daß der Priestersegen stehend gesprochen wird. Das gleiche lesen wir aber auch b. Sota 38 a im Namen des B׳. Nathan unter Berufung auf Dt 105: מה משרת בעמידה אף מברך בעמידה. Wenn nun der Sifre zu Dt 215: לשרתו ולברך bemerkt: מגיד שברכת כחגים כשרה בבעלי מומץ, so haben wir jetzt lückenlos die rabbinisehen Quellen für den Mischnakommentar sowie für M. T. a. a. O., und wir können uns nicht mehr wundern, daß auch Beth Josef 0. Ch. 128 bezüglich der hier maßgebenden Schriftverse sich ausdrücklieh auf Maimonides beruft. Joel Sirkes zu Tur O. Ch. a. a. O., der die Frage erörtert, ob ein כהן ערל שמתו אחין מחמת מילה den Priestersegen sprechen dürfe, tut das gleichfalls von der Voraussetzung aus: דאיתקש ברכת כהנים לעבודה. Hingewiesen sei noch auf b. Menachoth 18b. Dort werden fünfzehn עבודות aufgeführt und unter diesen auch נשיאת כפים בין מבפגים בין מבחוץ. leb. benutze die Gelegenheit, um auf Num. r. 114 hinzuweisen, wo von einem verwandten Gegenstand, von ב״ה שכולה כהנים nsw. die Bede ist. In meiner Abhandlung ״Nochmals חבר עיר“, Jhb. d. Jüd. Lit. G. XVII, S.252, Anm. 14, weise ich nach, daß die Stelle korrumpiert ist, was L. Blau und anderen entgangen war. In meinen Bandglossen Jüdische Studien zum 60. Geburtstag von Josef Wohlgemnth, Frankfurt a. M. 1928, S. 139, und M. Horovitz, Matte Levi II, Frankfurt a. M. 1932, S. 121, Anm., weise icb nach, daß Beth Josef zu Jore Dea Kap. 268, M. T. H. Mila I, 7 mißversteht, den Text des Maimonides unrichtig wiedergibt und Schwierigkeiten in ihm sieht, die in Wahrheit gar nicht vorhanden sind. Möglicherweise aber hatte Josef Karo bereits einen durch das Mißverständnis eines Ab- Schreibers entstellten Text vor sich. Die irrtümliche Deutung geht jedenfalls von den Worten a. a. 0. aus. III Ein auffälliges Versehen begegnet Geiger, wenn er a. a. O. schreibt: Jeb. II, 8 erklärt Maimonides die biblischen Worte אשר תלד Dt 25 6 zur Begründung der Mischna im anderen Sinne als die Gemara 24a, ebenso in Mischne Thora, Jibbum wa-Chaliza II, 6, jedoch daselbst VI, 8 gleich der Gemara.