Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Zum Mischne Thora und den Mischnakommentar des Maimonides
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 361 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2830039-2830041-2850794--56042-2851211- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zum Misclmo Tliora und dem Mischnakommentar des Maimonides 361 Fällen von Terefoth in Streit mit ihm geraten sei. Ob man die beiden identifizieren darf, erscheint mir fraglich, nachdem dort, wo von Juda ibn Sossan die Rede ist, nie der Name Parchon angegeben wird und auf der anderen Seite der Name Sossan in jener Mitteilung nicht zu finden ist. Wer nun aber auch a. a. 0. gemeint sein mag, sicher ist, daß die von Maimonides so stark bekämpfte Auffassung inzwischen weitere Vertreter gefunden haben muß. Das allein macht verständlich, daß Maimonides mit einem Male im Mischneh Thora von מקצת חכמי מערב spricht. Isaac Herzog, dem die Vermutung Toledanos offenbar nicht bekannt geworden ist, zieht in seinem wertvollen Beitrag zur Londoner Maimonides-Festschrift2 in Erwägung, ob M. nicht Scherira im Auge habe. Ist schon die Annahme unmöglich, daß M. bei dem Gelehrten, von dem er schreibt: בארצנו במערב an Scherira gedacht haben soll, so geht Herzog darüber hinaus von der falsehen hebräischen Übersetzung des Mischnakommentars zu Mikw. a. a. O. aus, die von einem angeblichen Märtyrertod des betreffenden Gelehrten berichtet. Mit jener Stelle verbindet er die Mitteilung Abraham ibn Dauds im ספר הקבלה, wo es heißt: ונתלה רב שרירא מידו אחת והוא כבן רך שנה ולא הוסרו מגאובות. Daß dieser Text korrupt ist, ist offensichtlich. Vgl. die allerdings wenig einleuchtende Textänderung S. D. Luzzattos bei Graetz, Geschichte der Juden V, 3. Aufl., S. 323. Jakob Bachrach zu Juchasin meinte, es müßte heißen: ונחלה ר״ש מיד וימת, was dann sehr gut zu den nachfolgenden Worten a. a. O. paßt. Dem pflichtet im wesentlichen J. H. Weiß, דור דור ודורשיו IV, S. 173 bei; siehe auch die Bemerkung von S. P. Rahbinowitz in der hebräischen Ausgabe von Graetz, Gesch. III, S. 361. Daß der Text so oder ähnlich gelautet haben muß, wird zur Gewißheit, wenn man eine halbe Seite vor der fraglichen Stelle folgende Worte findet: ואחריו ר׳ שרידא והאריך ימים כי כמו רך שנה היו ימי שני חייו. Interessant ist, wie zwei — die eine durch den Übersetzer und die andere durch den Abschreiber — korrumpierte Stellen zur Grundläge einer falschen Hypothese für den hervorragenden Gelehrten 2 Moses Maimonides, 1135—1204. 1935, S. 141, Anm. 1.