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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 344

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Rabbi Schimschon Bloch, genannt "Chassid"
Date
1939-01-01
Page
Seite 344 (sequence 3)
Language
German
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344 Isaak Markon stehen und sein Augenmerk darauf richten solle, daß die Gelehrten alles erfüllen, was (im Testament für die Dauer des Sterbejahres) bestimmt sei; hierfür solle er außer dem Gehalt, das ihm gleich den anderen Gelehrten zukam, 100 Reichstaler bekommen. R. Schimschon hat sich nicht nur für das Torastudium eingesetzt, sondern auch reges Verständnis für die politische und wirtschaftliche Lage der Hamburger Juden bekundet. Dank seinem Ansehen gelang es ihm, in dem am 4. Cheschwan 5504 (1744) zwischen Hamburg und Altona geschlossenen Vertrag große Vorteile für die Hamburger Juden durchzusetzen. Von besonderer Wichtigkeit war die Bestimmung, daß die Hamburger Juden im Notfälle stets ohne weiteres nach Altona sollten flüchten dürfen, während die Angehörigen anderer Gemeinden hierzu der Genehmigung der Altonaer Vorsteher bedurften. Darüber, ob ein solcher Notfall vorliegt, sollten sechs Älteste der Altonaer Gemeinde und ein Unterrabbiner im Verein mit einem von den Zuflucht Suchenden zu erwählenden zweiten Unterrabbiner und dem Oberrabbiner durch Majoritätsbeschluß entscheiden. Gegebenenfalls sollten die Hamburger zunächst für 3 Jahre Aufenthaltsrecht erhalten; falls ohne ihr Verschulden die Gefahr in Hamburg fortbestehe, sollte dieses Recht immer auf 2 Jahre verlängert werden13. Ein Beweis für das Ansehen, das R. Schimschon genoß, ist es auch, daß R. Jecheskel Katzenellenbogen im Jahre 1736 in einer schwierigen halachischen Angelegenheit14 sich mit ihm beriet und keine Entscheidung treffen wollte, ohne seine Meinung gehört zu haben. R. Schimschon antwortete mit außergewöhnlicher Bescheidenheit, erhob jedoch mehrere Einwendungen gegenüber dem Responsum des Oberrabbiners, dem auch R. Jacob Emden zustimmte, während R. Mose Chagis15, der damals in Altona lebte, die Ansicht des R. Schimschon teilte. 13 Siebe M. G-runwald, Hamburgs deutsche Juden, Hamburg 1904, S. 52. — Vgl.M. M. Haarbleicher, Zwei!Epochen, Hamburg 1866, S.26, 14 Siehe R. Jacob .Emden, אגרת בקרת [Altona, 1736]; 2. vermehrte Auflage [Altona, 1766]. 15 R.Mose Chagis, bekannter Talmudist, Kabbalist und Bekämpfe! der Sabbatianischen Bewegung; verfaßte viele bedeutend© Werke.

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