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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 345

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Rabbi Schimschon Bloch, genannt "Chassid"
Date
1939-01-01
Page
Seite 345 (sequence 4)
Language
German
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Eabbi Schimsclion Bloch, genannt ״Chassid“ 345 Von seinen Werken hat R. Schimschon selbst nichts veröffentlicht. Seine Novellen und Anmerkungen zum Schulchan Aruch Orach Chajjim und dessen Kommentatoren Magen Abraham und Ture Sahab befanden sich lange Zeit in den Händen seines Sohnes R. Mose, der Dajjan in Meseritz war. Erst 1764 hat R. Schalom ben Isaac, gleichfalls Dajjan in Meseritz, sie unter dem Titel גזירות שמשון in Berlin gedruckt16, versehen mit Approbationen von dem Berliner Ab Bet-Din R. Ahron ben Mose und R. Jonathan Eybeschütz. — Von seinen Homilien zur Tora sind viele in dem Werke seines Sohnes R. Issachar Bär17 כינת יששכר (Prag 1785) enthalten. Von besonderer Bedeutung für die talmudische Literatur sind seine Notizen, die scharfsinnige Glossen, Einwendungen und Interpretationen zu den Mischnah-Kommentaren von R. Obadia Bertinoro und R. Jomtob Lipmann Heller-Wallerstein (Tossafoth Jomtob) enthalten. Diese Notizen sind zum ersten Male in der Mischnah-Ausgabe Amsterdam, 1775/6 unter dem Titel תוספות חדשים gedruckt, versehen mit Approbationen18, die vollen Ruhmes für das Werk sind. Dieses hat in der talmudischen Welt großen Anklang gefunden und ist wiederholt gedruckt worden: s. die Mischnah- Ausgaben Wien 1793, Offenbach 1797, Fürth 1814, Lemberg 1814, Altona 1841—53 u. a. Rabbi Schimschon Chassid starb am 10. Kislew 5498 (1737); er ruht auf dem Begräbnisplatze in Ottensen (Altona)19. 16 Später den Ausgaben des Schulchan Aruch Orach Chajjim, Prag 1785, Wien 1796, Dyhernfurth 1811 u. a. beigedruckt. 17 E. Issachar Bär Bloch, bedeutender Talmudist, geb. in Hamburg um 1730, Eabbiner in Eiwanowitz, Goiten, Semnitz, Boskowitz and Mattersdorf, wo er am 16. Schebat 1798 starb.— Vgl. S. A. Horodetzky in Encyclop. Judaica IV 856—7; Heinrich Flesch, Die Juden und Judengemeinden Mährens, hrsg. von Hugo Gold, Brünn 1929, S. 127. 18 S. oben Fußnote 4, 19 Ein Schwiegersohn (in der ersten Ehe) von E. Schimschon Chassid war E. Mordechai b. Joseph Hanau, ein bekannter Talmudist, Dajjan und Darschan in Hamburg, gestorben 1767 (begraben in Ottensen-Altona).— Er verfaßte 12 Werke, von denen einige gedruckt sind; besonders bekannt und verbreitet ist sein Werk ״Aggadath Mordechai“, Kommentar zur Pessach-Haggadah (Amsterdam 1764).— Vgl. Vorrede zu ״Aggadatli Mordechai“;Benjacob, 6N. 136;E.Duckesz,C11achme AHW, 1906, N.49.

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