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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 343

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Rabbi Schimschon Bloch, genannt "Chassid"
Date
1939-01-01
Page
Seite 343 (sequence 2)
Language
German
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Rabbi Schimsclion Bloch, genannt ״Chassid‘4 343 Mirls-Neumark5, R. Zebi Aschkenasi (Chacham Zebi)6, R. Mose Rothenburg7 und R. Jecheskel Katzenellenbogen8. Er pflegte jede Woche die ganze Mischna auswendig und jeden Monat den Zohar zu wiederholen, am Sabbat zu schweigen bzw. nur hebräisch zu sprechen und täglich morgens früh (auch am Sabbat) das rituelle Tauchbad (Mikwah) zu besuchen. Wegen seiner außerordentlichen asketischen Frömmigkeit hat man ihn Rabbi Schimsclion ״Chassid“9 genannt; so nennt ihn sogar in seiner streitbaren Kritik gegen ihn R. Jacob Emden. Außer seiner Tätigkeit als Dajjan zierte R. Schimschon Chassid durch sein hohes Ansehen die von dem bekannten Hamburger Philanthropen und Mäzen R. Issachar Bär ha־Cohen, genannt Behrend Cohen10, um das Jahr 170711 gegründete Klaus als einer der vier Klausrabbiner. In seinem Testament12 bestimmte R. Issachar Bär Cohen, daß R. Schimschon an der Spitze der Klaus 5 Oberrabbiner der Dreigemeinden von 1680 bis zu seinem Todestage 22. Kislew 5467 (1706). Begraben Altona (Königstraße). 6 War gemeinsam (abwechselnd je ein halbes Jahr) mit R. Mose Rothenburg Oberrabbiner von 1707 bis 1709. — Gestorben in Lemberg am 1. Ijjar 5478 (1718). — 7 War gemeinsam mit R. Zebi Aschkenasi Oberrabbiner 1707 bis 1709 und später allein bis zu seinem Todestage 4. Schebat 5472 (1712). — Begraben Altona (Königstraße). 8 Oberrabbiner 1713 bis zu seinem Todestage 23. Tammus 5509 (1749). — Entsprechend zu ändern bei E. Duckesz, Iwwa le־Moschab, 1903, S. 26 (wo falsch: 18. Ab). — Begraben Altona (Königstraße). 9 Bevor der Chassidismus als religiöse Bewegung um die Mitte des 18. Jahrhunderts von sich reden machte und die Benennung ״Chassid44 in einen alltäglichen Begriff umwandelte, schloß sie einen außergewöhnlichen Ehrentitel in sich, der nur sehr wenigen zuteil wurde. So wurde bekannt im Mittelalter Rabbi Jehuda Chassid aus Regensburg. — In Wilna, dem ״Jerusalem Litauens44 beispielsweise, wurden nur drei Persönlichkeiten mit diesem Titel ausgezeichnet: R. Mosche Riwkes, Verfasser des Beer ha־golah, R. Elia, Sohn des berühmten Wilnaer Rabbiners R. Mose Krämer und ein Nachkomme dieser beiden, R. Elia Wilna, der Wilnaer G-aon, selbst einer der größten Gegner und Bekämpf er des Chassidismus. Sein Bethaus wird noch bis heute in Wilna des ״Chassids Klaus44 genannt. — In den Dreigemeinden אה״ו war R. Schimschon Bloch der einzige, dem der Titel ,,Chassid44 zuteil wurde. — 10 Vgl. D.Kauf mann, Ges. Schriften III, Frankfurt a. M. 1915, S. 108—137; E. Duckesz, ChaehmeAHW, 1906, N. 27.11 D. Kaufmann, a. a. 0., S. 112. 12 Veröffentlicht bei D. Kaufmann, a. a. O., Anhang I S. 125—129.

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