Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Historisches und Kulturhistorisches aus Wagenseils hebräischem Briefwechsel
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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330 Bernard Weinryb junger Mann wird er von seinem Onkel ״vielversprechend“ genannt. ״Ich bin sicher, daß er in der nächsten Zukunft eine Größe unserer Generation sein wird und alle Gelehrten ihn preisen werden“. Im Jahre 1674 kam er als Lehrer zu Wagenseil nach Altdorf bei Nürnberg, während seine Familie (Frau und Töchterchen) in Schnaittach blieben. Bei Wagenseil scheint er über ein Jahr geweilt zu haben; von dort ging er nach Schwabach, um dann nach Prag zurückzukehren. Er blieb jedoch nur den Winter 1675/76 in Schwabach, im Sommer 1676 folgte er einem Ruf als Rabbiner nach Modena. Nach sechs Jahren mußte er diese Stadt wieder verlassen, wohl im Zusammenhang mit dem Auftreten des Pseudomessias Mordechai Eisenstadt. Wieder wandte er sich nach dem Fürstentum Ansbach; er ging zunächst nach Schwabach, von wo aus er seine Beziehungen zu Wagenseil wieder anknüpfte. Aber sogar bis hierher verfolgten ihn die Verleumdungen aus Modena; dazu begann man auch, ihm seine Verbindung mit Wagenseil übelzunehmen. Ende Winter 1681/82 wurde er aus Schwabach vertrieben, nach einem Aufenthalt in Ottensoos kehrte er offenbar nach Prag zurück, wo er als Korrektor, später als Rabbinatsassessor tätig war (er selbst erwähnt, daß er Rabbinatsbeisitzer in Hamburg war, ohne die Zeit dafür anzugeben). Beer Eibenschütz war auch schriftstellerisch tätig. Er verfaßte Ohel Issachar, Erläuterungen zu Jakob Weils Regeln über Schechita mit jiddischer Übersetzung, Wilmersdorf 1670; Maase Choschen u-Ketoreth, Prag 1686, 2.Aufl. Frankfurt/O. 1703; Beer Heteb, Worterklärungen zu Targum Ester, Prag 1699. Als Handschrift hat er ein ethisches Werk in Jiddisch unter dem Titel Beer Scheba hinterlassen, das er auf Ansuchen seiner Frau Bela zum Andenken an ihrß 7 verstorbenen Kinder in 7 Teilen (erhalten sind nur zwei Teile) abgefaßt hat. In seinen Werken sind noch folgende von ihm verfaßte Schriften erwähnt: Jalkut Gadol, Kommentar zu Mose ben Maimons Kiddusch Hachodesch, Kommentar zu Bachjas Choboth Ha-Lebaboth, Kommentar zu Sifra d’Zniuta, Eli Beer-Homilien15. 15 D. Kaufmann, Die letzte Vertreibung der Juden aus Wien und