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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 331

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Historisches und Kulturhistorisches aus Wagenseils hebräischem Briefwechsel
Date
1939-01-01
Page
Seite 331 (sequence 7)
Language
German
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Historisches 11. Kulturhistorisches aus Wagenseils hehr. Briefwechsel 331 Eine Reihe Briefe des Beer Eibenschütz an Wagenseil und über ihn sind handschriftlich erhalten16. In einem dieser Briefe teilt er am 23. Oktober 1674 einem gewissen Meir, der seihst offenbar in Verbindung mit Wagenseil stand17, mit, wie er ״durch die Umstände der Zeit“ zu Wagenseil gekommen sei. Zwei Briefe sind an Wagenseil kurze Zeit, nachdem Beer Eibenschütz Altdorf verlassen hatte, geschrieben. In dem Briefe vom 7. Februar 1676, der jiddisch (jüdisch-deutsch) abgefaßt ist, entschuldigt er sich, daß er Wagenseil, anscheinend gegen dessen Wülen, jedenfalls, ohne sich richtig zu verabschieden, verlassen habe. Dabei versichert er ihm, daß ״Gott . . . weiß . . . daß ich Ihre Angelegenheiten aus Lieblichkeit [Liebe] und aus Treulichkeit [Treue] und mit dem ganzen Herzen verrichtet habe“. ״Und wenn ich auch etwas des Geldes wegen getan habe, so ist es mir nicht übelzunehmen, denn es tut keiner etwas umsonst“. Er wolle nach Prag reisen, aber wegen der Unsicherheit der Wege18 bliebe er diesen Winter in Schwabach bei den Wiener Juden, die ihm ״Essen und Trinken“ und ״einen Dukaten monatlieh“ geben. Die für Wagenseil übernommenen Aufträge werde er ausführen und ihm vor der Abreise Antwort geben. In einem Brief vom 21. Februar 1676 beantwortet er eine Anfrage Wagenseils übeT die Deutung eines Midrasch, der über den Messias spricht, obwohl er ״einen Zaum in seinen Mund gelegt habe, um nichts über den Messias zu sprechen, weü die Dinge tief und verborgen sind“. Andere 6 Briefe sind an Wagenseil im Winter 1681/82 nach der Rückkehr aus Modena geschrieben. Am 1. Oktober 1681 teilt Beer Eibenschütz Wagenseü mit, daß er, aus Modena zurückgekehrt, auf der Durchreise nach Prag über Sukkoth in Schwabach geblieben sei und gern etwas für ihn tun wolle. Wagenseil scheint von diesem Angebot gleich Gebrauch gemacht zu haben und Beer Eibenschütz bittet ihn seinerseits, er möge sich für ihn bei dem Fürsten (anscheinend um das Niederlassungsrecht) verwenden. Schon am 16. Oktober 1681 schreibt er an Wagenseil, daß er mit der Beantwortung seiner Fragen beschäftigt sei, lobt seine eigene Arbeit, verspricht ihm, auch in Zukunft für ihn zu arbeiten, erinnert ihn aber auch an sein Versprechen, sich für ihn Niederösterreich, Budapest 1889, S. 189, 201 f. (Auf die Unrichtigkeit der Annahme Kaufmanns, daß Beer Eibenschütz zu den Wiener Exulanten zu zählen ist, wurde schon hingewiesen. Ebenso sind einige andere kleine Unstimmigkeiten bei Kaufmann zu berichtigen.) Gold, Die Juden und Judengemeinden Mährens usw., S. 188; Nenbauer, Catalogne of the Hebrew Ms. in the Bodleian library I, 1896, S. 505, 16 Die Briefe gedenke ich anderweit zu veröffentlichen. 17 Kaum identisch mit dem Rabbiner Meir Tarnopoler aus Fürth, der selbst in Beziehungen zu Wagenseil stand (Kaufmann a.a. O., S. 201), da er in diesem Brief nicht mit den bei Rabbinern üblichen Titeln angeredet wird. 18 Wohl wegen des französisch-deutschen Krieges während des Raubkrieges gegen Holland.

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