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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 322

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die letzten Wormser Judenbischöfe
Date
1939-01-01
Page
Seite 322 (sequence 10)
Language
German
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322 Bertliold Israel Rosenthal diese ihm die gleich seinen antecessoribus zukommende Würde zu entziehen sich befleißigen/‘ Er bittet deshalb, die Regierung möge Befehl an die Vorsteher ergehen lassen, daß er nicht geringer als seine Vorfahren geachtet werde und sie ihm das, was ihm zukommt, nicht entziehen, viel weniger eine Passion oder Nachstellung gegen ihn hegen. Die Regierung entsprach diesem Wunsche, indem sie am 13. 8. 1753 den Vorstehern bedeutete, sie habe zwar das Vertrauen zu ihnen, daß sie dem jüngsthin zum Judenbischof ernannten Dr. Canstatt alle diesem Amte anklebenden Vorzüge und Ehren, deren sich seine Vorfahren jederzeit zu erfreuen hatten und die ihm nicht minder gebühren, mit aller Schuldigkeit zu erweisen geneigt seien. ,,Sollte aber wider Vermuten ein oder der andere Vorsteher hierin gefehlt haben, so wird selbiger fürohin seine Schuldigkeit besser beobachten, somit in Frieden und Einigkeit gemeiner Judenschaft Nutzen fördern und Schaden verhüten.“ Diese zarte Zurechtweisung scheint ihren Zweck erfüllt zu haben. Wenigstens enthalten die Akten keine weiteren Schriftstücke, die von einer Mißhelligkeit zeugen. Dr. David Canstatt stand fünf Jahre als Judenbischof an der Spitze der Wormser Gemeinde. Er starb am 17. Adar II. 5518 26. 3. 175829. Neben seiner hingebungsvollen Tätigkeit als Arzt und Gemeindevorsteher wird seine Wohltätigkeit und seine tiefe Religiosität gepriesen. Täglich habe er sich dem Torastudium gewidmet und an hohen Feiertagen ehrenhalber das Vorbeteramt versehen. Vierzehn Tage nach ihm verschied seine Gattin Zerle, Tochter des R. Chajim Landau, die im Sinne ihres Mannes Bedrängten beistand, indem sie ihnen in der Notlage Darlehen gewährte30. Am 15. März 1759 wurde Machol (Michael) Gernsheim als Judenbischof vereidigt. Er gehörte einer alteingesessenen Wormser Familie an, die der Gemeinde schon mehrere Vorstandsmitglieder gestellt hatte. Seine Verheiratung erfolgte um 1750. Am 20.Tamus 5512 kaufte er sich durch Entrichtung von 150 fl. von der Verpflichtung los, das Amt eines Gabbai der Chewrat gemilut chasadim 29 MBW 46. 30 a. a. 0.

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