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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 323

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die letzten Wormser Judenbischöfe
Date
1939-01-01
Page
Seite 323 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Die letzten Wormser Judenbischöfe 323 zu übernehmen31. Die Vorsteher hatten nämlich vier Jahre zuvor beschlossen: Wer durch Los zum Hekdeschgabbai bestimmt wird, dieses Amt aber nicht übernehmen kann, hat einen von den Vorstehern festzusetzenden Ablösungsbetrag zu zahlen, wodurch er von dem Amte befreit wird, ihm aber die damit verbundenen Vorrechte gewahrt bleiben32. Michael Gernsheims fast 44jährige Amtsdauer als Judenbischof verlief in ruhigen Bahnen. Die Akten enthalten keinen Hinweis, aus dem das Gegenteil gefolgert werden könnte. Er starb hochbetagt am 4. Tischri 5553 20. 9. 1792 33. Sein Bild, das ihn in Amtstracht zeigt, befand sich im Museum der Wormser jüdischen Gemeinde34. Die Stelle des Judenbischofs blieb nun fast fünf Jahre unbesetzt. Inzwischen waren die 1weltbewegenden Ereignisse auch an Worms nicht spurlos vorübergegangen. Die Stadt war mit dem ganzen linken Rheinufer französisch geworden. Der Bischof von Worms hatte auf der linken Rheinseite aufgehört, Territorialherr zu sein. Das Ernennungsrecht des Judenbischofs war ihm geblieben, und von diesem machte er nochmals Gebrauch. Am 9. Februar 1797 wurde Herz Abenheim vereidigt. Weil die Franzosen das bischöfliche Residenzschloß verbrannt hatten, versammelten sich die Vorsteher Löw Lissau, Moyses Brühl, Juda und Herz Cahn, Aron Astruk und der Kandidat auf dem Schloßplatze. Wiederum wurden sie zuvor nach dem voto decisivo gefragt, das dem Judenbischof zustehe; wiederum bezogen sie sich darauf, daß dies ein altes Gewohnheitsrecht sei, und wiederum wurden sie auf gef ordert, dies glaubhaft darzutun. ,,Die Vereidigung — schließt das Protokoll — erfolgte in Gegenwart einer Menge von herbeigeloffenem sowohl christlichem als jüdischem Volk in althergebrachter Weise.“ Herz Abenheim hatte um 1773 das Schutzrecht erhalten. Ob er oder schon sein Vater Mosche vom benachbarten Abenheim nach Worms gekommen war, steht nicht fest. In den Jahren 1774 31 Gr. B. 2881). 32 a. a. 0. 33 MEW53; Gr. B. 329b. 34 Eine Reproduktion des Bildes befindet sich bei Rothschild a. a. 0. 21*

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