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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 319

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die letzten Wormser Judenbischöfe
Date
1939-01-01
Page
Seite 319 (sequence 7)
Language
German
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Die letzten Wormser Judenbischöfe 319 nach Worms zurückkehren könne. Der nachgesuchte Urlaub wurde Bär für ein halbes Jahr, bis 15. Dezember 1748, bewilligt. Nach Ablauf dieser Frist hatte sich Bär noch nicht in Worms eingefunden. Im Februar des folgenden Jahres stellten die Vorsteher Josef Blien, Amschel Oppenheimer, Baruch Cahn im jungen Wolf und David Wolf Brilin der bischöflichen Regierung vor, die Geschäfte Bärs in Wien hätten nicht den erwünschten Fortgang gehabt. Außerdem habe ihn kürzlich das Unglück betroffen, auch seine zweite Frau durch den Tod zu verlieren. Dadurch habe sich seine Abwesenheit nochmals hinausgezogen, weshalb sie um ein weiteres indultum für ihren Bischof bitten. Das Gesuch wurde mit der Bemerkung abgelehnt, es sei Sache des Judenbischofs, sich wegen Übertretung des Urlaubes zu entschuldigen und innerhalb sechs Wochen um Verlängerung nachzusuchen, widrigenfalls nach Bischof Emrichs Brief verfahren werde. Dem kam Berend Oppenheimer im April 1749 nach. Die überhäuften Obliegenheiten seiner beim Reichs-Hofrat anhängigen Prozesse und die Auseinander- Setzung des großen Rechnungswerks seines Vaters und Großvaters beim Kaiserlich-Königlichen Hofe, wobei er auch die Interessen seines nun verstorbenen Bruders Samuel wahrzunehmen habe26, führte Bär aus, hätten seine Abreise von Wien verzögert. Der Weiterbehandlung seiner Geschäfte zur Abwendung ferneren Schadens vieler interessierter Christen und Juden könne er sich nicht entziehen. Schließlich wies er noch darauf hin, daß sein Vorganger Aron Frankel 6—7 Jahre von Worms abwesend sein durfte. Diese Rechtfertigung bewirkte, daß der Urlaub um ein weiteres Jahr, bis 10. 4. 1750, verlängert wurde. Nach Ablauf der Frist waren Bärs Geschäfte, die ihn von Worms fernhielten, noch nicht erledigt. Als seine Bevollmächtigten baten die Vorsteher Josef Blien, David Wolf Brilin und Dr. David Canstatt um eine nochmalige Verlängerung von drei Jahren. Bär, führten sie aus, sei einige Zeit in Wien krank gewesen. Seine dort und in München schwebenden Prozesse nähmen nicht den erwünschten Fortgang. 26 Samuel b. Menacliem Oppenheimer starb am 4. 2. 1747 in Wien (Wachstem, a. a. O. II, 322ff.).

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