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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 307

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Zur Geschichte der jüdischen Ärzte
Date
1939-01-01
Page
Seite 307 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Zur Geschichte der jüdischen Ärzte 307 wilt uck gutwillick bewijsen, willen wijr altzijt widder tgain uch fruntlichen erkennen. Gegeven zo Coelne under unserem Siegel uff moendach na sent Egidius dach. Anno domini etc. LXXXVII Jurge von Seyn, Grave zo Wijtgensteyn, Domproist ind Proist zo sent Gereon etc., Bernhart, Grave zo Solms, Doemherre zo Coelne etc.“ Auf der Außenseite steht: ״prepositi maioris pro David Judeo. Den eirsamen vursichtigen und wijsen herren bürgermeisteren ind raede der stede Coelne, unseren besunderen gueden frunden anno LXXXVII 3a septembris“ Es ist nicht ohne Interesse, daß Graf Georg von Sayn und Wittgenstein, Dompropst und Propst an St. Gereon in Köln7, und Graf Bernhard zu Solms, Domherr zu Köln8, den jüdischen Tierarzt David wiederholt bei Krankheit ihrer Pferde herangezogen haben und den Kat der Stadt Köln um die Erlaubnis bitten, daß jener nach Köln kommen und sich so lange daselbst aufhalten dürfte, wie es für die Behandlung der Pferde notwendig sei. Daß die Bestallung eines Juden zum fürstlichen Leibarzt nichts Ungewöhnliches war, zeigt der in der Anlage abgedmckte Revers aus dem 16. Jahrhundert, den der Jude Joseph für sich und seinen Großvater, den Leibarzt Veill, gegenüber dem Grafen Hermann von Sayn ausgestellt hat9. Dieser Revers, der auch diehebräisehe Unterschrift des Joseph trägt, ähnelt in gewisser Beziehung der vorhin erwähnten Urkunde vom 18. Oktober 1354. Graf Hermann zu Sayn, der 1549 geboren, von 1568 bis 17. März 1588 regiert10, nimmt am 1. September 1580 Meister Veill, seinen Leibarzt, und dessen Enkel Joseph samt Weib, Kindern und Brotgesinde in seinen Graf- und Herrschaften in seinen Schutz und sein Geleit auf. י Georg II. v. Sayn ״Wittgenstein“ war Dompropst v. 12. Okt. 1482 bis 9. Nov. 1510, s. Kisky, Die Domkapitel der geistl. Kurfürsten (Quellen u. Studien z. Verfassungsgescb. d. deutschen Beiches im Mittelalter u. Neuzeit, hrsg. v. K. Zeumer I 3), S. 77f. n. 275. 8 ib. S. 81 n. 282. 9 Die Urkunde befindet sich im Staatsarchiv Koblenz, 1 C 30 Sayn, n. 7450. 10 Auskunft des Staatsarchivs Koblenz. 20*

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