Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Ärzte
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 2)
- Language
- German
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306 Adolf Israel Kober die Vorschriften des erzbischöflichen Briefes zu befolgen. Der erzbischöfliche Brief, der dem Revers inseriert ist, hat folgenden Inhalt: Erzbischof Boemund von Trier bekundet, daß er Meister Symon, den Judenarzt, um der ärztlichen Kunst willen, die er an ihm und seinem Hofgesinde jederzeit treu üben soll, sowie sein Hausgesinde und ihr Gut in seinen Schirm und sein Geleit auf die nächsten 8 Jahre aufgenommen habe. Symon darf mit seinen Hausleuten in der Stadt Trier oder in anderen Städten des Stifts gemäß der früher den Juden gewährten Freiheit, wo und wie er wolle, wohnen. Er ist von allen Steuern, die die Juden des Erzstifts zü zahlen haben, für diese acht Jahre befreit. Zur Beurkundüng dieser Tatsache gibt Meister Symon eine in hebräischer Sprache abgefaßte Erklärung ab. Die Urkunde ist außerdem mit Siegeln des Dompropstes und des Domdechanten versehen. Merkwürdig erscheint nur der Name des Judenarztes in seiner hebräischen Form. Meister Symon, Sohn des Jacob, heißt in der hebräischen Urkunde Meschullam, Sohn des Gelehrten R. Chajim. Daß die Genannten aber identisch sind, dafür spricht die bei Stengel abgedruckte Urkunde Nr. 1029 vom 23. Februar 1360, in der Guda, Tochter des Jacob von Basel, sich und ihren Sohn Symon als Erbjuden des Erzbischofs Boemund von Trier bekennt. Unter den Zeugen dieses Notariatsinstruments wird u. a. ,,Magister Symon phisicüs Judaeus“, der in der hebräischen Urkünde ebenfalls den Namen Meschullam, Sohn des Chajim, führt, genannt. Aus dem 15. Jahrhundert sei ans dem Kölner Stadtarchiv6 folgende bisher unveröffentlichte Urkunde vom 3. September 1487 wörtlich mitgeteilt. ,,Unsse fruntliche gruyß zu voeren: Eirsame vursichtige wijse besunder guede frunde. David der Jude plijcht uns in etzeligen gebrechen unseren pherden behulfflich und bijredich zo sijn, des wijz uns widder bedurffen, begeren dar umb fruntliehen van uch dem genanten umb unszer gütlicher beden willen, frij strack geleyd zo verlenen bijsz tzer tzijt ind so lange wijr, sijner bedurffen ind der gebrech unszer pherde untledicgt sijnt. Hijranne 6 Historisches Archiv der Stadt Köln, Briefe 1487 Sept. 3.