Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Ärzte
- Date
- 1939-01-01
- Page
- 305 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte der jüdischen Ärzte Von Adolf Israel Kober In der Festschrift zum 75jährigen Bestehen des jüdischtheologischen Seminars Fraenkel’scher Stiftung Breslau II 1929 in der Abhandlung 5 ,Rheinische JudendoktorenU1 und in der MGWJ 75. Jahrg. 1931 in dem Aufsatz ,, Jüdische Studenten und Doktoranden der Universität Duisburg“1 2 habe ich auf die Bedeutung der jüdischen Ärzte für die Geschichte der Juden im Rheinland hingewiesen. Einige interessante Ergänzungen, die mir im Laufe der Jahre begegnet sind, sollen im Folgenden mitgeteilt werden. Die Urkunden vom 9. Und 18. Oktober 1354, mit denen Erzbischof Boemund II. von Trier den Judenarzt Meister Symon und dessen Gesinde in seinen Schutz nimmt und ihm ein Haus in der Judengasse zu Trier für jährlich 5 Schillinge leiht, sind inzwischen in ,,Stengel, Nova Alamanniae“, Berlin 192111.1930, Nr. 938/39, neu veröffentlicht worden3. Neu bei dieser Veröffentlichung ist die Hinzufügung des hebräischen Textes. Es lohnt sieh, etwas näher auf die Urkunden einzugehen, weil sie die ersten ihrer Art sind. Meister Symon, der Sohn Jacobs, Arzt in Trier4, gelobt, dem Erzbischof Boemund von Trier getreu zu dienen. Er unterzeichnet einen Revers wegen seiner Aufnahme und Bestallung zum Hofarzt des Erzbischofs Boemund, indem er bei seinem jüdischen Glauben5 6 schwört, 1 S. 173—236. 2 S. 118—127. 3 Zuerst veröffentlicht in: Quellen z. Hechts- und Wirtschaftsgeschichte der rhein. Städte, Kurtrierische Städte I Trier, Bona 1915, S. 332 n. 62, erwähnt in meiner Abhandlung S. 195. 4 So muß es m. E. heißen und nicht Symon, Sohn des Judenarztes Jakob — entsprechend im hebr. Text: ״Meschullam, Sohn des Gelehrten B. Chajim, der Judenarzt. Die dort befindliche Eulogie תנבע dürfte riehtiger gelesen werden תנוח גפשו בגן עדן (Stengel, S. 612 n. 939). 6 ,,by myner jüdischen ee“. ״ee“ ewe: die Norm und Form des Glaubeus, s. Lexer, Mittelhochdeutsches Handwörterbuch I, 1872, S. 710. 20