Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Quellenkritische Studien zum hebräischen Josippon
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 2)
- Language
- German
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Quellenlcritisehe Studien zum hebräischen Josippon 289 episode, die den Hauptteil von A ausmacht, fehlt also im arabischen und daher auch im äthiopischen Josippon, hingegen enthalten beide Josipponrezensionen Entsprechungen zum zweiten Teil von Josippons Alexanderroman (ed, Mantua Sp. 87—111), der im Anschluß an die Esthergeschichte als Beitrag zur Geschichte der Perser im Josippon Aufnahme gefunden hatte. Der möglicherweise geltend gemachte Einwand, es handle sich bei dem vom arabischen Josippon gebotenen Alexanderroman um einen nachträglichen Einschub, ist als hinfällig abzuweisen, weil der Roman bei vorläufiger Außer־ achtlassung des umstrittenen Prioritätsverhältnisses zwischen arabischem und hebräischem Josippon jedenfalls einen festen Bestandteil derjenigen Josipponrezension darstellt, der beide angehören. Bei der Annahme einer Abhängigkeit des arabischen Textes vom hebräischen würde sich erneut der Glossemcharakter von A bestätigen, da auch die äthiopische Zena Aihud, die eine fast wörtliehe Übersetzung des Arabischen bietet, nichts von A enthält. Aber selbst bei der Erwägung eines umgekehrten Abhängigkeits- Verhältnisses erweist sich A wiederum als Einschub, weil weder arabischer noch äthiopischer Josippon A Entsprechendes bieten. Es ist auch kein Zufall, daß A im arabischen Josippon fehlt; die alte, ägyptische Legende, wonach Alexander der Sohn des lybisehen, in Nektanebus zum Menschen gewordenen Gottes Ammon gewesen sei, hat auch sonst in der arabischen Literatur wenig Spuren!unterlassen. ״Denn in der Version des Romans, derzufolge Alexander ein Sohn eines Gottes ist, liegt für die muslimische Dogmatik eine schwere Ketzerei4/' Für die Untersuchung von Josippons zweitem Teil seines Alexanderromans (== B) können die im arabischen und äthiopischen Josippon enthaltenen Entsprechungen nicht herangezogen werden, da das gegenseitige Verhältnis der verschiedensprachigen Josipponversionen noch ungeklärt ist. Quellenkritisch sind daher nur selbständige, außerhalb einer Josipponversion überlieferte Rezensionen der Alexandervita entscheidend zu verwerten. 4 K. F. Wey mann, Die äthiopische und arabische Übersetzung des Pseudo-Callisthenes (Dissertation Heidelberg 1901); 76. 19