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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 199

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Der Begriff der Palingenesie im talmudischen Schrifttum
Date
1939-01-01
Page
Seite 199 (sequence 6)
Language
German
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Der Begriff der Palingenesie im talmudischen Schrifttum 199 pflanzen, wie es heißt ,und Gott machte (ויעש) den Himmel‘“ (1 Mos 17)13. Nach der Erklärung Billerbecks handelt es sich um etwas ganz Äußerliches, nämlich ״um Beseitigung des Makels der Vorhaut und Wiederbelebung der Zeugungskraft“. Anders die hebräischen Erklärer, die es in Zusammenhang bringen mit der Auszeichnung Abrahams, über das Schicksal und über die leibliche Natur hinausgehoben worden zu sein14. So ist in Tanchuma ed. Buber, Chaje Sara 6 ״dem großen Volk“ (גוי גדול), zu dem Abraham gemacht werden sollte, ein tieferer Sinn beigelegt. ״Seinem (Abrahams) Verdienste verdankt diese und die künftige Welt ihre Entstehung. Darauf weisen die Worte hin: Und ich werde dich zu einem großen Volk machen: ich mache dich zu einer neuen Schöpfung und segne dich.“ Aus der Stelle im Tanchuma ergibt sich, daß die Palingenesie Abrahams einen kosmischen Charakter hat15. Außerdem hängt sie hier zusammen mit der Namensänderung Abram—Abraham. Der Name einer Person aber deckt sich bekanntlich nach alter Auffassung mit deren Wesen, und der Namenswechsel ist Ausdruck für eine vollzogene innere Wandlung16. So ist auch hier die Sache nicht so einfach äußerlich. Allerdings ist die Eolge der Neuschöpfung physisch, aber die Ursachen sind geistiger Natur. Es besteht eine gegenseitige Beziehung zwisehen Leib und Geist, zwischen diesem und dem künftigen Äon (שבזכותו נבראו העולם הזה והעולם הבא). Mit einem Worte,/wie in den griechisehen Mysterien führt die Erneuerung und Stärkung der geistigen Verfassung zur Neubelebung der leiblichen Kräfte. 13 Tanchuma ed. Buher wird fortgesetzt: ״Und Gott machte die zwei Lichter“ (1 Mos 116). Vgl. Bemidbar r. XI, 62 und Mattnoth Kehuna z. St. 14 Vgl. den Kommentar des Israel Isser Einhorn (...כח עליון (מהח״ו ממרומים: תוססת הרוח ... ועל ידי כן נשתנה פזבעו ומזגו. S. auch Mattnoth Kehuna z. St. 15 Vielleicht ist hier eine גזרה שוה beabsichtigt (ואעשך — ויעש (הרקיע, המאורות. 16 Die Wichtigkeit des Namens im Midrasch ebenda: ״Vorher hießest du Abram, jetzt werde ich deinen Namen (Abraham) der Zahl deiner Glieder entsprechend ändern (־ 5 ־4 200 + 2 + 1 אברהםf248 40 ־), Tanch. ed. Buber 6. Zur magischen Bedeutung des Namens s. L. Blau, Das altjüd. Zauberwesen 117ff.

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