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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 186

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Strafen der Religionsfrevler im Diesseits nach der Agada
Date
1939-01-01
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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186 Abraham Marmorstein heiten mit unzweideutiger Gewißheit hervor, daß sowohl die Typen der Gottesfrevler wie auch der Katalog der Strafen bei Heiden, Christen und Juden identisch waren. Betrachten wir zuerst die Arten der Gottesfrevler. Es sind Männer, die sich in Hochmut gegen Gott erheben und sich selbst zu Göttern erklären, Gott schmähen und lästern durch Wort oder Tat, besondere Grausamkeit verüben, oder das Gast- und Fremdenreeht verletzen. Sie werden wegen ihrer Gottesfeindschaft schon vor ihrem Tode mit schweren Strafen gezüchtigt. Diese lassen sich etwa folgendermaßen zusammenfassen: Gewaltige Demütigung oder Verwandlung in Tiere, schwere Krankheiten, wie z. B. Würmer, Blindheit usw., Zerstückelung oder Fäulnis der Glieder, Schiffbruch, das Verfallen der Frevler in Irrsinn u. a. m. Diese Gruppen sollen an einigen Beispielen aus der agadischen Literatur beleuchtet werden. Zuerst ist hier ein Gruppensatz zu besprechen, der von vier biblischen Personen handelt, die sich in ihrem Hochmut zu Göttern gemacht haben (Tanch. Ex. ed. Buber S. 10, Exod. r. 8, 2). Ihrem Vergehen entspricht ihre Strafe. Sie verfallen der schmählichsten Art der Verachtung, indem sie für päderastische Zwecke verwendet werden. Ich habe bereits früher den Sinn der Agada dahin gedeutet, daß hier gegen die Vergöttlichung von Menschen Stellung genommen wurde (vgl. Hebrew Union College Annual, Vol. 1, 1924, S. 487). Bei der Art der Strafe, die an dem Wortlaut und einfachen Sinn der sofort zu besprechenden Texte gar keinen Anhalt hat, muß es sich daher um Wiedergabe tatsächlicher Ereignisse handein. Ferner ist noch zu beachten, daß sich für diese Strafe keinerlei Parallele in dem Strafenkatalog der klassischen Autoren nachweisen läßt; denn diese Demütigung wird natürlich nur von Juden und Christen als solche angesehen, während sie bei Griechen und Römern nicht als Laster, sondern eher als Tugend galt. Die vier angeführten Könige sind: Hiram, der König von Tyrus, sein angeblicher Stiefsohn Nebukadnezar, der jüdische König Joasch und endlich Pharao, der Ägypterkönig. Hiram ist

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