Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Scheu vor Unbekanntem, Unbenanntem in Agada und Apokryphen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 11)
- Language
- German
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180 Bernhard Heller dringen bis Babylon vor (XX, 13). Den Riesen, Kanaans Urbewohnern, werden ihre Wohnsitze in Transjordanien angewiesen (XXIX, 10). Jakobs Weideplätze sind dem Namen nach angegeben (XXIX, 14). Rüben vergeht sich mit Bilha in Migdol Raaf (XXXIII, 1). Die Kämpfe der Emoriter gegen Jakob sind auch geographisch gezeichnet (XXXIV). Bilha und Dina werden gegenüber Rachels Begräbnisorfc bestattet (XXXIV, 15, 16). Esau und Jakob grenzen ihren Erbteil ab (XXXVI, 12, 20). Jakob besiegt und begräbt Esau auf der Anhöhe von Adoram (XXXVIII, S). Michron, König Kanaans, verfolgt den Pharao Josephs bis Ermon (XLVI, 6). Noch stärker als das Buch der Jubiläen schwelgen die Sibyllinischen Orakel in geographischen Angaben. III. Erdichtete Begebenheiten Namen, Orte, Daten erdichtet die Agada selten. Hingegen fühlt sie sich oft veranlaßt, Begebenheiten zu erdichten, um wirkliche oder vermeintliche Lücken der biblischen auszufüllen. Auch bei diesen Erdichtungen geht die Agada von den Schwierigkeiten oder Andeutungen der Schrift aus, übt also Schriftdeutung. ,,Lasset uns einen Menschen nach unserem Ebenbilde erschaffen“ (Gen 1,26) berechtigt ja zur Voraussetzung, Gott habe sich mit den Engeln beraten —, eine Voraussetzung, die von der Agada weidlich ausgenützt wird. — Die Frage, woher Kajin und Set Frauen zur Ehe nahmen, wird ja auch von Schulkindern aufgeworfen — so konnte ihr auch die Agada nicht ausweichen und mußte Schwestern oder Zwillingsschwestern ersinnen. Wenn Chanoch mit Gott wandelt und einmal nicht da ist, weil ihn Gott zu sich nimmt, so ist doch die Frage fast unvermeidlich, wohin er geraten, was er geworden ist. — Der erratische Block, die Söhne Gottes gingen ein zu den Töchtern der Menschen (Gen 64), mußte Anlaß geben, Mystisches, Fremdes über gefallene Engel (Istahar, Haruth — Maruth) zu agadisieren. — Wenn Noe in der Arche monatelang mit den Tieren beisammen lebte, begehrt man doch zu erfahren, wie er mit ihnen, wie sie miteinander dort auskommen. — Der