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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 181

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Scheu vor Unbekanntem, Unbenanntem in Agada und Apokryphen
Date
1939-01-01
Page
Seite 181 (sequence 12)
Language
German
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Di© Scheu vor Unbekanntem, Unbenanntem in Agada u. Apokryphen 181 Ortsname Ur-Kasdim, Glutofen der Chaldäer, trug zu der Legende vom Ofen, in den Abraham gestürzt wird, bei. — Wenn wir lesen, daß über Sodom und Amora Wehklage erhoben wird ob ihrer schweren Sünde (Gen 18^), so muß doch gefragt werden: welches waren diese Sünden (Fremdenhaß, Prokrustesbett, grausame Urteile). — Joseph macht sich der Zwischenträgerei schuldig, indem er die Söhne Bilhas und Silpas bei Jakob anklagt. Die Agada kann nicht umhin, zu fragen: wessen beschuldigte er sie? Sie betreuen die Herde nicht, verletzen das Noachidische Verbot des *אבר מן החי. — Pharaos Mundschenk und Hofbäcker vergehen sich gegen ihren Herrn? Womit, fragt die Agada: im Wein wird eine Fliege, im Brot ein Sternchen gefunden. — Warum erstrahlt Gott vom Sinai, von Seir, von Paran? Weil er die Tora der Reihe nach den Völkern angeboten hat. — Korach reizt gegen Aaron. Womit? Da wird die Unersättlichkeit der Priester humorvoll gegeißelt (Midr. Ps 1 S. 7b). Und so geht es durch die ganze Bibel hindurch. Alles muß klar werden: Welche Rätsel gibt Sabas Königin dem König Salomon auf? Wodurch gerät der Prophet, dessen Witwe die Hilfe Elischas anruft, in Schulden? Es ist Obadja, der die verfolgten Propheten birgt und speist. Immer aber ist es das Schriftwort, das gedeutet wird, dem Eigenartiges, zuweilen Fremdartiges anfliegt. Nicht so die Apokryphen, vorzüglich nicht jene, welche zusammenhängende Erzählung anstreben, namentlich Adam und Eva, Chanoch, Testamente der zwölf Stammväter, Jubiläen, Moses Himmelfahrt, Baruch, Hiob — Apokryphon, Ezra — Apokalypse, Drittes und Viertes Makkabäerbuch, Tobit, Judit. Alle gehen weit über Schriftdeutung hinaus, gestalten sich zu Legenden-Noveilen, zu Legenden-Romanen. Im Buche Adams und Evas wird die Erzählung vom Sundenfall abgerundet. Der Teufel wird aus dem Paradies verbannt, weil er dem Ebenbilde Gottes die Huldigung verweigert. Er zahlt es dem Menschen heim: vom Munde der Schlange verborgen, verführt er Eva. Sogar die Tiere lehnen sich gegen den gefallenen Mensehen auf. Adam und Eva tun Buße. — Wenn sich die Agada damit

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