Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Scheu vor Unbekanntem, Unbenanntem in Agada und Apokryphen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 10)
- Language
- German
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Die Scheu Y0r Unbekanntem, Unbenanntem in Agada 11. Apokryphen 179 geht. Gleich an der Schwelle, wo es die Sinaigesetzgebung für den 16. Sivan ansetzt (1נ), widerspricht es der alten Überlieferung vom 6. Sivan. Die Zeit für die einzelnen Begebenheiten wird mit verblüffender Genauigkeit angegeben. Beispiele: Eva wird nach sieben Jahren im Paradies im 2. Monat am 17. Tag von der Schlange verführt (III, 17). Bei der Geburt der Urväter wird Jahrwoche und Jahr angegeben (VII). Selbst die Zeit, wo unreine Geister die Sühne Noes zu verführen beginnen, ist genau festgesetzt (X, 1). Natürlich steht auch das Jahr fest, da Abraham seinen Vater wegen des Götzendienstes zur Rede stellt (XII), wann er Isaak opfern soll (XVII, 15) usw. Überboten wird das Buch der Jubiläen noch durch den hellenistischen Demetrius. Demetrius gibt für die Geburt eines jeden Kindes Jakobs Jahr und Tag an, genau auch, wie alt jedes Kind bei der Heimreise Jakobs aus Charan ist. Dina war zur Zeit, als sie Sichern raubte, sechzehn Jahre vier Monate alt. Ebenso genau erfahren wir das Alter Jakobs und seiner Söhne zur Zeit, da sie nach Ägypten wandern. Beim Einzug in Ägypten sind seit Adam 3624 Jahre, seit der Sintflut 1360 Jahre verflossen. In dieser Chronologie des Demetrius mengt sich agadamäßige Datumerschließung mit ganz willkürlicher Erfindung von Monats- und Tagesdaten. Noch weiter geht die syrische Schätzhöhle: da wird bei den Urvätern von Adam bis Noe angegeben, in welchem Jahr, in welehern Monat, an welchem Tag, an welchem Wochentag, ja, bei manchen sogar, in welcher Stunde sie starben. Das Buch der Jubiläen gibt uns auch eine sagenhafte Geographie. Aus dem Eden vertrieben, läßt sich Adam und Eva im Lande Eldah nieder (III, 12). Noes Arche landet auf der Bergspitze Lubar im Gebirge Ararat (II, 28 VII, 1). Wir erfahren die Namen der von den Söhnen Noes in der Umgebung Lübars gegründeten Städte (VII, 14—17). Noes Söhne teilen die Erde unter sich, Umfang und Grenzen ihrer Gebiete sind nach Meeren, Flüssen, Städten angegeben (VII, 12—IX, 15). Jafets Nachkommen wechseln ihren Wohnsitz (X, 35), Ismaels und Keturas Abkömmlinge, die Araber, 12*