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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 178

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Scheu vor Unbekanntem, Unbenanntem in Agada und Apokryphen
Date
1939-01-01
Page
Seite 178 (sequence 9)
Language
German
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178 Bernhard Heller II. Zeit- und Ortbestimmung Hinsichtlich des Ortes, an dem sich die biblischen Geschichten begeben, bescheidet sich die Agada, im allgemeinen, mit den Angaben der Schrift. Hingegen ist auch die alte Agada bestrebt, die Zeit wichtiger Geschehnisse genauer festzusetzen. Das Seder Ol am, dem Tannaiten Jose ben Chalafta zugeschrieben (Jebamot 82b), legt hiervon glänzendes Zeugnis ab. Immer wird vom Schriftwort ausgegangen. In welchem Alters Verhältnisse standen die Urväter zueinander? Wie alt war Isaak, als er geopfert werden sollte \ (I). Wann hat Hiob gelebt? (III). Moses zerbrach die ersten Gesetzestafeln am 17. Tammuz, am 9. Ab stieg er zum ersten Male auf den Berg Sinai, am 10. Tischri erhielt er die Vergebung Gottes für Israels Sünde am goldenen Kalb. Moses ist am 7. Adar geboren (X). Die Zeit der Richter, der Könige wird aus dem Schriftwort ermittelt. Ebenso die Zeit der Propheten. Die Agada stimmt mit der Bibelwissenschaft darin überein, daß Arnos, Hosea, Jesaja und Micha Zeitgenossen sind, Micha der jüngste (XX). Beachtenswert, daß Joel, Nahum und Habakuk in die gleiche Zeit, in die Zeit Manasses versetzt werden, also gegen die Massora, welche Joel gleich nach Hosea, noch vor Arnos ansetzt. Die zahlreichen Parallelen im Talmud und altem Midrasch zeigen ähnlich das Bestreben, gewissenhaft aus dem Schriftwort die Zeit der Begebenheiten zu erschließen. Ganz anders die Apokryphen. So das Hiob-Apokryphon. Sieben Jahre hindurch macht Hiob die Gelage seiner Kinder durch Opfer und Wohltaten wett (XVI, 1). 48 Jahre sitzt er im Aussatz auf dem Aschenhaufen (XXII, 1), doch schon nach elf Jahren verweigert ihm die Dienerschaft die Speisung (XXII, 1). Drei Jahre hindurch gewährt ihm Satan Milderung (XXVII, 7). Nach zwanzig Jahren besuchen ihn die Freunde, nach 27 Tagen wollen sie ihn verlassen, Elihu hält sie noch eine Weile zurück (XLI). Das Buch der Jubiläen verrät seinen Charakter schon im Titel: es teilt die Zeit der Weltgeschichte in Jubiläen, also in fünfzigjährige Zyklen, indem es dabei weit über Bibel und Agada

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