Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Scheu vor Unbekanntem, Unbenanntem in Agada und Apokryphen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 6)
- Language
- German
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Die Scheu vor Unbekanntem, Unbenanntem in Agada u. Apokryphen 175 Name ersonnen worden: יוחנן ממרה der Aufrührer Jochanan, nachträglieh wird das Beiwort ממרה zum Personennamen8. Beispiele für ersonnene Namen der unbenannten biblischen Personen finden sich in der Agada der Tannaiten und Amoräer äußerst spärlich. Sie bilden die Ausnahme. 2. Namengebung in den Apokryphen Was in der Agada bloß als Ausnahme erscheint, wird in manchen Apokryphen zur Regel: Namen werden dreist erfunden. Auch in den Testamenten der Stammväter sowie im Hiob-Apokryphon, reichlicher im Chanoch, verschwenderisch in den Jubiläen9. Im Testament Levis (VI, 9) wird dem Abraham ein Diener Jubal angedichtet, dem die Sichemiten so hart zusetzen wie in der Agada die Sodomiten dem Eliezer. — Levi heiratet Milka (XI, 1) so wie in den Jubiläen (XXXIV, 20). — Im Test. Naphtali (I8.n) erhält Bilha den Ruttai aus Abrahams Sippe zum Vater, Edna zur Mutter. — Das Test. Josephs gibt der Verführerin von Memphis eine Nebenbuhlerin •א^תד , Nebenfrau Potiphars (VII, 5). In einer Handschrift des Hiob-Apokryphons werden alle sieben Söhne Hiobs mit Namen genannt, die Töchter führen ja schon in der Bibel dichterische Namen. Hiobs Frau heißt עוצית (261404 י), eine Benennung, die sich ja darauf stützen kann, daß Hiob selbst füglich als וצי#, Mann aus dem Lande Uz, bezeichnet werden kann. — Hiob erhält einen Bruder Neri ja, der als Augenzeuge das Apokryphon verfaßt. Im äthiopischen Chanoch heißt Chanochs Weib Edna (LXXXV, 3) — so auch in den Jubiläen (IV, 20). Im griechischen Chanoch werden erst (I, 11) zwei, später (XIV, 6) fünf seiner Söhne aufgezählt. Sogar die drei Ältesten, welche Metusalem zum Priester weiht, sind mit Namen genannt (XXI, 13). Noe bekommt einen 8 Meyer, Abraham (= M. A. Halevy), Legendes juives apocryphes snr la vie de Moiise, Paris 1925, S. 57, Anm. 1. 9 Der Einfachheit halber führen wir die ersonnenen Namen in der — gewiß nicht immer unanfechtbaren — Form an, welche ihnen Kahanas Sammelwerk gibt.