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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 164

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Agadot im Lichte der Pseudepigraphen
Date
1939-01-01
Page
Seite 164 (sequence 3)
Language
German
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164 Chanoch All) eck am dritten Tage trocken geworden war, dort, wo die tausend Berge sind; dem Liviatan aber gabst du das feuchte Siebentel. Du behieltst sie dir vor, daß sie verzehrt werden sollten, von wem und wann du willst. Endlich findet sich diese Agada auch in der syrischen Baruchapokalypse 29 4: Und offenbaren wird sich der Behemot aus seinem Land und der Liviatan wird emporsteigen aus dem Meere; die beiden gewaltigen Seeungeheuer, die ich am fünften Tage . . . geschaffen und bis auf jene Zeit bewahrt habe, werden alsdann zur Speise für alle die sein, welche übrig sind. Danach werden wir nun den Ausspruch Rabs erklären können. Es handelt sich um zwei Lesarten desselben Ausspruches. Die einen überlieferten ihn für den Liviatan, und die anderen sprachen von Behemot, da beide derselben Art sind, nur daß Liviatan das Weibchen und Behemot das Männchen ist. Während nach dem 4. Esra beide aus Raummangel getrennt wurden, behauptet Rab, daß nur eine Vermehrung zu verhindern war. Nach der einen Über־־ Lieferung, die sich auf Jes27t stützt, wo vom Töten des See- Ungeheuers die Rede ist, wurde das Weibchen getötet, nach der anderen aber, die von Hiob 4016 ausgeht, wurde es kaltgemacht. Im Talmud wurden aber beide Lesarten nebeneinander für Liviatan und Behemot gebracht, da nach der späteren Agada beide Tiere auseinanderzuhalten sind. Als Beweis für unsere Erklärung kann auch Hieronimus angeführt werden. Er berichtet nämlich zu Jes 2715 daß nach der jüdischen Sage der Liviatan auf dem Lande (sub terra et in aethero) und der Tanin im Meere lebe. Wir sahen oben, daß die Beraita tatsächlich den Behemot Liviatan nennt, der sich auf dem Lande aufhält. Dasselbe taten die Gewährsmänner des Hieronimus, und es ist deshalb nicht nötig, ihn des Irrtums zu zeihen1. Bemerkt sei noch, daß R. Jochanan, Baba Batra 75 a nur von Liviatan als Schmaus für die Gerechten in der zukünftigen Welt spricht, während bereits in der oben angeführten Stelle aus Baruch (vgL auch Henoch 60 24) auch Behemot genannt wird. Ebenso kommt in den 1 VgL Ginzberg in M GW J Bd. 43, S. 21 f.; vgl. noch The Legends of the J ews V, Philadelphia 1925, S. 44ff.

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