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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 148

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Dubletten in Gebetstexten
Date
1939-01-01
Page
Seite 148 (sequence 7)
Language
German
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148 Arthur Israel Spanier dienen will. — Eigenartig ist — um auch dies noch kurz zu erwähnen — das Schicksal der ־על הנסייםEinschaltung gewesen. Sie war ursprünglich für eine Hoda’a des nationalen Typus vorgesehen und begann mit בימי. Der einleitende Satz על הגסים wurde hinzugefügt, um sie einer Hoda’a des anderen Typus formal anzupassen; denn על הנסים korrespondiertmit ועל נסיך. Wie die Gedankenverbindung ursprünglich und vor Einfügung des ־^ הנסיםSatzes war, ersieht man am besten aus der griechischen Parallele in den Apostolischen Konstitutionen, Buch VII Kap. 38: <701 ״rcspl 7:<xvt03v . . . ävreldßoü yap ev rhu.spat<; ’Eva>s xal ,Ev(0%, sv ^(ASpai? Mc1)G7j xod *hjcroo . . . ev ^[/.ipaig ’IouSa Mascxaßacoo xal t<ov uftzlcpujv auToe. Die angeführten Beispiele werden genügen, um zu beweisen, daß Dubletten in den Gebetstexten häufig sind. Es sei aber noch bemerkt, daß manche Dubletten nicht so sehr auf den Wunsch zurückgehen, möglichst viel Überlieferungsgut zu retten, sondern vielmehr auf einfaches Mißverständnis. Man verkannte, daß die Habdala אתה חוננתנו מדע תורתך dazu bestimmt war, den Text אתת חונן zu ersetzen und nicht in ihn eingeschaltet zu werden. Oder daß auch das Stück ותודיענו, das in der Festtags-Tefilla am Sabbatausgang zwischen אתה בחרתנו und ותתן לגו erscheint, seine jetzige Umgebung nach vielleicht im einzelnen nicht völlig klarer Weise ersetzen wollte.6 Ebenso daß im Sabbat Tischgebet das רצה והחליצנו statt אלהיגו אבינו... במהרה בימינו gesagt werden sollte u. ä.7 Sehen wir aber von Fällen der letzteren Art ab, so scheint uns in dem eingangs Erwähnten die Antwort enthalten auf die Frage, wann denn die Verbindung der Versionen auf dem Boden des babylonischen Ritus, auf dem wir uns hier ja durchweg bewegen, erfolgt sein mag. Wir werden wohl in erster Linie an die Zeit des Rab Papa denken dürfen, für die ja doch die Tendenz zu 6 Die Bemerkung ... מתחילה היו אומרין ותודיענו במקום והשיאנו• im Maclisor Vitry S. 300 ist mir freilich unverständlich. 7 Wahrscheinlich gehört hierher auch der oben erwähnte Fall der neunten Tefilla־Benediktion, insofern als ursprünglich von den beiden dort nachgewiesenen Versionen die erste für den Sommer, die zweite in ihrem ganzen Umfang für den Winter bestimmt gewesen sein mag. Vgl. Amram (Frurnkin I S. 245) und Finkeistein a. a. O. S. 150f.

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