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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Dubletten in Gebetstexten
Date
1939-01-01
Page
Seite 147 (sequence 6)
Language
German
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Dubletten in Gebetstexten 147 תקבל ברצון wiederum als die Vereinigung von zwei Varianten aufzufassen und etwa aufzulösen in ואשיי ישראל באהבה תקבל und ותפלתם תקבל ברצון. Die Verschiedenheit des Gedankeninhalts in den Versionen und in den Varianten ist hier offenkundig und sehr bemerkenswert. Auch in der vorletzten Tefilla-Benediktion — der Hoda’a — finden sich Spuren der Zusammengesetztheit. Zwar der doppelte Einsatz — טוריים אנחנו לך auf der einen Seite und נודה לך oder besser לדור ודור נודה לך auf der anderen — ließe sich, wenn er isoliert bliebe, leicht auf das Streben nach rhetorischer Steigerung zurückführen und hieraus genügend erklären. Aber die Doppelung wiederholt sich auch hier wieder vor der Schluß-Eulogie. Denn nicht nur der Satz ... וכל החיים יורוך סלה, sondern auch bereits der vorhergehende ועל כלם יתברך ויתרומם שמך מלכנו תמיד לעולם ועד, dient, wie stilkritisch eindeutig ist, der unmittelbaren Vorbereitung der Schluß-Eulogie. Man wird also auch hier die Verbindung zweier Versionen feststellen und der einen den Satz לדור ודור נודה לך... ערב ובקר וצהרים sowie den weiteren ועל כלם zuweisen dürfen.4 Dann wird innerhalb der anderen Version das הטוב כי לא כלו רחמיך והמרחם כי לא תמו חסדיך מעולם קויגו לך zur Fortsetzung des צור חיינו מגן ישענו אתה הוא: es ist also nicht mehr eine Anrufung, sondern eine Aussage, die von מודים אנחנו לך שאתה הוא abliängt. Die beiden Versionen auch dieser Benediktion sind gedanklich recht verschieden voneinander. Wie dem Worte הודאה überhaupt die Doppelbedeutung ״Dank und Bekenntnis“ innewohnt, so spricht aus der einen Version vornehmlieh der Dank für die dem Einzelnen erwiesenen Wohltaten, aus der anderen hingegen das Bekenntnis Gottes als des Gottes der Väter. Das wird noch eindeutiger, wenn man innerhalb der letzteren Version den Satz ... וכל החיים יורוך סלה als sekundär ansetzt: was wohl geschehen muß, da auch schon der Satz הטוב כי לא כלו רחמיך ... sichtlich der unmittelbaren Vorbereitung des 5הטוב לך להודות 4 Die beiden Worte לדור ותר gehören gemäß Ps 791a zum Folgenden. Sie nach vornhin zu beziehen, wurde erst dadurch ermöglicht und auch erzwungen, daß לעולם ועד hinter אלהינו ואלהי אבותינו eingeschoben wurde. 5 So der alte Text der Schluß-Eulogie! Hier — aber ursprünglich nur hier — ist das הטוב Anruf. 10*

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