Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben mnzpk und ihre Bedeutung als Kriterium für die Entstehungszeit des masoretischen Bibeltextes
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 20)
- Language
- German
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120 Harry Torczyner Propheten“. So entstand diese Deutung in der Tat gleichzeitig mit der Festlegung der Doppelformen für מנצפך, und das ist der Grund, daß diese Buchstaben bereits im Talmud in dieser vom Alphabet abweichenden Reihenfolge angeführt werden. Und eine dazu parallele Deutung, die gleichfalls bekräftigen soll, warum eben מגצפך, und diese Buchstaben allein, doppelt im Alphabet erscheinen, weil sie Mose gegeben wurden, ist es, wenn der jerusalemische Talmud im Namen jener Kinder Worte statt der Buchstaben setzt: ,,Vom Ausspruch (maamar) zum Aussprach, vom Bewährten (neeman) zum Bewährten, vom Gerechten (zaddik) zum Gerechten, vom Mund (pe) zum Mund, von der Hand (kaf) des Heiligen, gelobt sei er, zur Hand Mosches.“ Nun können wir aber auch noch jene Vorlage(n) bestimmen, auf Grund deren jene Weisen den Text und dessen Schreibweise festsetzten. Und damit wird auch jene Festsetzung selbst in ihrem Charakter klarer werden. Es handelt sich dabei sicherlich nicht um eine Vorlage, einen einheitlich geschriebenen Kodex, sondern um mehrere, in Einzelheiten voneinander abweichende Kodizes. Es sind zweifellos jene drei alten Kodizes, von denen das talmudische Schrifttum in Sifre zu Dt 3327 und anderwärts als der Grundlage für die Fest- Stellung des masoretischen Bibeltextes berichtet: ,,Drei Bücher fanden sich in der Tempelhalle, eines von Me’unim, eines von Hi Hi und eines, das Buch Za’tutim genannt wurde. In einem war geschrieben מעון קדם und im zweiten (lies בשנים ,,in zweien'‘ statt מעוגה אלדד קדם (בשניה, da lehnten die Weisen das eine ab und bestätigten die zwei.“ Die Weisen können wir nun mit den obengenannten Gelehrten des zweiten Jahrhunderts identifizieren. Wir sehen hier, in welcher Weise sie bei der Festsetzung des Textes vorgingen. Ihre Vorlagen wichen in Einzelheiten von einander ab, und so entschied man auf Grund der besseren Bezeugung. Nun werden diese alten Hand- Schriften sicherlich, ganz wie die ihnen wohl gleichalterige Severushandschrift und die ,,Männer von Jerusalem“, auch in bezug auf den Gebrauch des offenen und geschlossenen Mem nicht immer