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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 121

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben mnzpk und ihre Bedeutung als Kriterium für die Entstehungszeit des masoretischen Bibeltextes
Date
1939-01-01
Page
Seite 121 (sequence 21)
Language
German
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IRI
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Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben מנצפך 121 übereingestimmt haben. Und hier mögen die Weisen, soweit ihre Vorlagen es irgendwie erlaubten, die feste Regel im schwankenden Gebrauch, beider Formen des Mem erst geschaffen haben: Das offene Mem stets am Anfang und in der Mitte, das geschlossene immer und nur am Ende. Eür diese Teilung der Funktion ־war sicherlich die Analogie der andern Zeichen — גצפך — bestimmend, bei denen der verschiedene Gebrauch aus der Entstehung der Doppelform naturgemäß entstanden war. Nur Jes 96 boten in למרבה offenbar alle Handschriften ein geschlossenes, Neh 213 in הם ein offenes Mem. Und darum haben diese Ausnahmen in unserem Text sich erhalten. Daß nur für (offenes und geschlossenes) Mem, nicht für die gestreckten und gebogenen Buchstaben eine Neufestsetzung erfolgte, war im bab. Talmud Megilla 1. c. eigentlich klar gesagt: ,,Sie setzten fest: offene in der Wortmitte, geschlossene am Wortende.“ Und so ergibt sich aus der Geschichte der Doppelformen des hebräischen Alphabets auch ein durch das Zeugnis verschiedenartiger Quellen wohl gesichertes Urteil über die Entstehung des masoretischen Bibeltextes. Der masoretische Text der hebräischen Bibel und seine Orthographie beruhen auf (zumindest) drei aus vorchristlicher Zeit stammenden Handschriften des jerusalemisehen Tempels. Deren Schreibweise haben die Weisen des zweiten Jahrhunderts gegen den damaligen Usus wieder eingeführt, und, wo die Handschriften voneinander abwichen, feste Regeln für die Schreibung festgesetzt. Die hebräische Bibel stellt einen alten Text dar, der allerdings erst später, im zweiten nachchristlichen Jahrhundert, seine verbindliche Geltung erhielt. Und dieselbe Formel gilt auch für die Geschichte der hebräischen Schrift: Die hebräische Schrift hat sich erst im zweiten nachchristlichen Jahrhundert von der allgemeinaramäischen Schriftentwicklung losgelöst, der sie bis dahin gefolgt war. Sie bleibt aber nicht etwa auf dem erreichten Punkt stehen; sie entwickelt sich auch nicht von da aus selbständig weiter, son-

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