Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben mnzpk und ihre Bedeutung als Kriterium für die Entstehungszeit des masoretischen Bibeltextes
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben מנצפך 113 (Jerusalem 1937) S. 87—93 hat E. L. Sukenik Inschriften aus einer jüdischen Gräberanlage in einer Höhle am Nordabhang im Kidrontal Schiloah—Silwan veröffentlicht- Darunter שמעון בר יבי mit Mittel- Mem nach der Regel in der Wortmitte, aber שלמ mit Mittel-Mem am Ende; demgegenüber פרתא ברת חנניה mit geschlossenem Mem am Wortanfang. Freilich erkennt man an verschiedenen Anzeichen, wie Sukenik S. 89 ausdrücklich bemerkt, daß nicht alle Inschriften aus derselben Zeit stammen, da die Höhle längere Zeit für Gräberzwecke gedient hat. Ganz klar zeigt sich aus allen diesen Quellen aus den zwei Jahrhunderten, die der Zerstörung Jerusalems vorausgingen, im Vergleich mit der Schriftentwicklung im Gesamt-Aramäischen, daß die Sonderentwicklung des Buchstabenzeichens für Mem mit der der Doppelformen von נצפך nichts zu tun hat. Wie bei den נצפך war zwar auch beim Mem aus der alten, gestreckten Form durch Anfügung eines Verbindungsstrichs eine Mittelform entstanden. Aber während bei den vier נצפך die gestreckte Form als Endform erhalten bleibt, ist sie bei Mem völlig verloren gegangen, und die weitere Entwicklung geht einzig vom Mittel-Mem aus. Drei verschiedene Formen erscheinen hier, die ursprünglich drei Entwicklungsstufen darstellen18: Das offene Mittel-Mem, das geschlossene Mittel-Mem, das heute nur am Ende steht, und eine dritte Form, wie sie auch im Syrischen und Arabischen zuletzt herrschend geworden ist, die dem geschlossenen Mittel-Mem, besonders dort wo es am Ende steht, noch einen nach abwärts geneigten Strich hinzufügt. Und das Mem war nicht der einzige Buchstabe, für den in vormasoretischer Zeit mehrere Formen nebeneinander gebraucht wurden. So erscheint der Buchstabe Taw in den Ossuar-Inschriften und im Papyrus Nash in doppelter Form. Ganz analog zum offenen und geschlossenen Mem erscheint hier ein offenes und ein geschlossenes Taw, ת und h\, die in gleichen Formen auch in den verschiedenen Abarten der syrischen Schrift auftauchen, mit der Schleife und ohne diese. Im Papyrus Nash werden beide Formen des Taw, die offene und die geschlossene, ohne Unterschied, sowohl 18 S. dazu nocli weiter. 8